DANTONS TOD

DANTONS TOD

  • Genre Schauspiel
  • Bühne Schauspielbühne
  • Premiere6. Februar 2021
  • Vorstellungsdauer0:00 hod.
  • Anzahl der Wiederaufführungen0
  • Preis

Historiendrama

Als Georg Büchner 1837 verstarb, war er gerade einmal dreiundzwanzig Jahre alt. Dennoch hatte er mit seinen zwei Bühnenwerken – Woyzeck und Dantons Tod – die Grundlagen für das moderne Drama gelegt. Beide Werke wusste erst das 20. Jahrhundert ausreichend zu würdigen, dessen Kriegs- und Revolutionsgräuel Büchners Blick als prophetisch bestätigen sollten.

Dantons Tod, eines der überwältigendsten Debütwerke in der Weltgeschichte des Theaters, schrieb Büchner im Alter von einundzwanzig Jahren – und das wie ein Besessener innerhalb von fünf Wochen, während derer er als junger Radikaler stets damit rechnen musste, für seine revolutionären Umtriebe hinter Gitter zu kommen. Das Paradoxe dabei ist, dass Büchner – obgleich selbst Revolutionär – es verstand, in seiner Schilderung des letzten Jahres der Französischen Revolution (1794, das Jahr der Terrorherrschaft) präzise die Gefahren des Radikalismus aufzuzeigen und wie mit hehren Absichten der Weg ins Verderben gebahnt wird.

Dantons Tod ist jedoch nicht nur ein suggestives Bild des revolutionären Blutvergießens. Es ist auch ein großes Drama über den Konflikt zweier außergewöhnlicher, aber dabei vollkommen unterschiedlicher Persönlichkeiten. Da ist einerseits der sensible, genusssüchtige Skeptiker Danton, der immer mehr die Terrorherrschaft fürchtet, der an den Idealen der Revolution zu zweifeln beginnt, die er selbst entfesselt hat, und immer mehr sein Heil im Kartenspiel, in Frauen und Trinkgelagen sucht. Sein Gegenspieler ist der kalte, asketische, unermüdliche Machttechniker Robespierre, dessen Überzeugung es ist, dass der Weg in eine bessere Welt über Bäche von Blut führen muss. Dantons Freunde versuchen ihn zu überzeugen, dass er sich Robespierre entgegenstellen muss – und Robespierre ist sich schmerzhaft bewusst, dass sein Weg zur absoluten Macht unausweichlich die Beseitigung Danton erfordert. Den beiden Männern wird aber gleichzeitig immer verzweifelter bewusst, dass die nur Sklaven der Kräfte sind, die sie freigesetzt haben: „Der Einzelne nur Schaum auf der Welle, die Größe ein bloßer Zufall“, schrieb Büchner einst in einem Brief.

Regisseur des außergewöhnlichen und hochaktuellen Historiendramas, das seinen Akteuren ungeheure Entfaltungsmöglichkeiten gibt, ist Stanislav Moša.

Autor

  • Georg Büchner
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