Diener zweier Herren

Diener zweier Herren

  • Genre Schauspiel
  • Bühne Schauspielbühne
  • Premiere23. September 2000
  • Vorstellungsdauer2:25 hod.
  • Anzahl der Wiederaufführungen162
  • Derniére3. Juni 2013

Komödie non plus ultra

Die heute bereits klassische Komödie von Carlo Goldoni Der Diener zweier Herren, in der ihr Autor die Prinzipien der Commedia dell´arte zur höchsten Vollendung brachte, gehört zu den Juwelen des Weltrepertoires. Die lustige Geschichte mit der Liebesintrige versucht auf eine ironische Weise den Spruch zu widerlegen, dass „niemand zwei Herren dienen könne.“ Der Regisseur und zugleich Autor der Überarbeitung Zdeněk Černín haben zusammen mit dem Bühnenbildner Jan Dušek Goldonis Werk mehr in die Gegenwart versetzt. Die ganze Inszenierung ist jedoch vor allem ein schauspielerisches Konzert des Dieners Truffaldino von Martin Havelka, der auf der Bühne nicht nur einen Sturm seines schauspielerischen Könnens, sondern auch seiner Jonglier- und Zirkusfähigkeiten vorführt. Er wurde ja für seine besondere Leistung für den Thalia-Preis für Schauspiel nominiert.

Autor

  • Carlo Goldoni

Regie

  • Zdeněk Černín (také úprava)

Übersetzung

  • Jaroslav Pokorný

Dramaturg

Szenerie

  • Jan Dušek j.h.

Pantalone Agnivorla

Doktor Palmiro Palmare

Beatrice Rasponi

Silvínek

Florindo Aretusi

Brighella hostinská

Smeraldina

Truffaldino

Dieners Solo war ein Erfolg

Jiří P. Kříž 3. Oktober 2001 zdroj Právo

Der Diener zweier Herren im Stadttheater Brno von Carlo Goldoni ist mehr als nur eine gelungene Saisoneröffnung. Einstudiert wurde er vom Regisseur Zdeněk Černín im Stil der verrückten Commedia dell´arte mit Martin Havelka in der Titelrolle. Geschmückt ist er mit zahlreichen weiteren ausgezeichneten Komödienleistungen, für welche diese Brünner Bühne bestens ausgestattet ist.…

…Martin Havelka hat dem Publikum seine einzigartige Etüde serviert. Das Genre ermöglichte ihm, mit allen Tabus zu brechen, weshalb er manche Ideen im Kontakt mit den Zuschauern ins Spiel bringt. In der dankbaren Rolle des Truffaldino kam es zu einer explosionsartigen Entfaltung von Havelkas Komödienleistungen, zu denen auch Vorführungen aus dem Bereich der Jonglierkunst mit manchmal unerwarteten Gags gehörten.

… Ungezwungenheit, rasendes Tempo, Leistungen an der Grenze des Machbaren, werden die Hauptvorzüge der zweifellos äußerst publikumsbeliebten Inszenierung in Mošas Theater sein...

So macht man heute Klassik

Jana Soukupová 4. Oktober 2000 zdroj Literární noviny

… Ein besonders erfreuliches Kapitel für sich ist Diener Truffaldino in der Darbietung des momentan vielseitigsten Stars des Ensembles mit der besten Kondition Martin Havelka, ohne die er die drei Stunden auf der Bühne niemals schaffen könnte. Da der Regisseur Černín weiß, dass Havelka wie ein professioneller Zirkusmann mit Tellern auf einem Stock oder mit einem Koffer auf einem Finger hoch über dem Kopf jonglieren kann, nutzte er gerne seine besonderen Fähigkeiten aus, um seine Rolle zu bereichern. Havelkas Truffaldino ist außerdem offensichtlich ein Mensch von heute (selbst wenn er das bestreitet) – sogar vom Kostüm her. Denn auf der Bühne fährt er mit zerrissenen Jeans Skateboard. Deshalb kann er es sich auch leisten, mit dem Publikum zu sprechen, weil es von all den Figuren des Stücks am meisten ihm gehört.

Brünner Diener zweier Herren weiss nicht, wozu er dient

Luboš Mareček 4. Oktober 2000 zdroj MF Dnes

Die Inszenierungen klassischer Texte des Regisseurs Zdeněk Černín weisen zumeist eine auffallende Gegenwartsbezogenheit auf. Ein derart inszeniertes Theater lebt im wahren Sinne des Wortes. Letztens griff der Regisseur zu einem Stück, das wirklich zum Goldfonds der Weltdramatik gehört. Goldonis Komödie „Der Diener zweier Herren“ trägt ganz gefahrlos das in allen Schulen unterrichtete Attribut „ewig“...

…Černín und der Autor der Ausstattung Jan Dušek brachten konsequent Goldonis gespieltesten Text an die heutige Zeit näher heran. Die Regie drückte dies mit der Ausstattung, mit dem eindeutigen Untertitel Komödie non plus ultra, und letztlich mit der aktuellen Abgestumpftheit, Keckheit sowie mit der lärmenden Art der ursprünglich komisch tollpatschigen Helden aus...

…Brünner Diener zweier Herren möchte ein keckes, junges und souveränes Theater sein, weshalb sich die Inszenierung der Ausdrucksmittel einer Action bediente.

Zwei Herren zu dienen zahlt sich aus

Vladimír Čech 25. September 2000 zdroj Hospodářské noviny

…Die Inszenierung von Zdeněk Černín ist eine, wie im Untertitel steht, sprichwörtliche Komödie non plus ultra. Es ist ein vollblutiges Schabernacktheater, dessen Vokabular ein Spiegel der Gegenwart ist...

…Zdeněk Černín erwies sich wieder als reiner Bühnenschaffende ohne Nebenabsichten, der andere mit seinen Regieeinfällen anstecken kann, wobei er jedoch, eingedenk seines früheren Schauspielberufes, seinen Schutzbefohlenen den größtmöglichen Freiraum für ihre Entfaltung lässt...

Wie dient man zwei Herren

Libuše Zbořilová 25. September 2000 zdroj Rovnost

…Lärmende Musik im Zuschauerraum, auf der Bühne von Sprayern beschädigte Stockhäuser und Schauspieler als Schwimmer in einem der venedischen Kanäle lassen erahnen, dass die Verwechslungskomödie des Vollenders der italienischen Komödie dell´arte Carlo Goldoni von der Regievorbereitung des Zdeněk Černín nicht ungeschoren davongekommen ist. Die Romantik wird durch Erotik ersetzt, die ein Lächeln hervorrufende Übersetzung von Jaroslav Pokorný wird in den improvisierten Repliken durch umgangssprachliche Ausdrücke ersetzt, die plebejische Wendigkeit gepaart mit dem Scharfsinn eines Dorfmenschen wird beim Protagonisten von einer Keckheit gekrönt...

…Den heutigen Inszenatoren geht es vor allem darum, das junge Publikum zu unterhalten, das sie dort abholen, wo es sich gerade befindet, mit seiner Sprache, Erfahrung, seinen Gewohnheiten und seinem Allgemeinwissen...

…So wie immer, ist auch diesmal die Bühne des ständigen Gastes Jan Dušek eine angenehme Überraschung: Panorama Venedigs am Horizont, bewegliche Häuser im Vordergrund, fahrender Stuhl, durchdachte Gaststube, die schlichte Beleuchtung, all dies trägt zu einem persönlichen bildnerischen Erlebnis bei…

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