Einer Nacht kehrte Sie zurück

Einer Nacht kehrte Sie zurück

  • Genre Opera
  • Bühne Schauspielbühne
  • Premiere19. April 2008
  • Vorstellungsdauer2:25 hod.
  • Anzahl der Wiederaufführungen50
  • Derniére14. Oktober 2010

Wunderkomödie über Liebe über das Grab hinaus

Die brillant geschriebene Komödie eines der besten gegenwärtigen Autoren des argentinischen Theaters flog um die Welt und bekam viele Prestigepreisen. Der Pedikür und Junggeselle Manuel besucht regelmäßig das Grab seiner Mutter, um ihr jede Woche zu schildern, was Neues ihm passierte. Er schönt die Wirklichkeit ein bisschen an und einige Sachen verschweigt er, um sich seiner Mutter in einem günstigeren Licht zu zeigen. Als er ihr eines Tages anmeldet, dass der sich anschickt, endlich zu heiraten, erwartet ihn nach der Rückkehr nach Hause eine unglaubliche Überraschung: seine Mutter Fanny steht nach zehn Jahren der Ruhe aus dem Grab auf, um die Situation persönlich kontrollieren zu können. Die energische Frau beginnt also wieder, sich in das Leben ihres erwachsenen Sohns einzumischen: und weil er selbstverständlich der einzige ist, wer sie sehen und hören kann, löst sich eine Reihe von komischen Situationen, Missverständnissen, Verwechslungen und Verwirrungen aus... Eduardo Rover drückt in seiner Komödie über wunderschön lebensfähige, wenn auch tote Frau die Wichtigkeit der Freundschaft und Liebe auf eine einmalige Weise aus. In der Titelrolle – wer anders als Zdena Herfortová…

 

Autor

  • Eduardo Rovner

Regie

  • Emil Horváth

Regieassistent

Übersetzung

  • Ivory Rodriguez

Kostüme

  • Peter Čanecký

Bühne

  • Peter Čanecký

Musik

  • Peter Mankovecký

Choreographie

  • Rastislav Letenaj

FANNY, zesnulá matka, Židovka

MANUEL, pedikér, příležitostný houslista, Žid

DOLLY, snoubenka/milenka a spoluhráčka

ANIBAL, majitel baru a Manuelův spoluhráč

JULIO, Manuelův spoluhráč, basista

JEREMIAS, umrlec, soused Fanny ze hřbitova

PERLA, umrlá, sousedka Fanny ze hřbitova

SERŽANT CHIRINO, duch

SALO, umrlec, soused ze hřbitova a ctitel Fanny

Hudebník (akordeon, klavír)

Der Mensch soll sterben und leben lassen

Vít Závodský 1. Juni 2008 zdroj Kam - Anlage XIV

In dieser „Bilanzvorlage“ lernen wir den jüdischen Fußpfleger und Barmusiker Manuel Stern kennen, dessen Entscheidung, seine Existenz eines Junggesellen an den Nagel zu hängen und die Katholikin Dolly (Jana Musilová) zu heiraten, durch unerwartete „Auferstehung“ seiner agilen dominanten, von eine Suite ihrer Friedhoffreunde begleiteten Mutter nach zehn Jahren kompliziert wird. Der zweiteilige, nicht gerade kurze Abend in 18 Bildern wurde vom führenden slowakischen Regisseur, Schauspieler und Pädagoge Emil Horváth in dramaturgischer Zusammenarbeit mit Ondřej Šrámek und Tomáš Steiner wie sein erstes schöpferisches Zusammentreffen mit dem Stadttheater Brno einstudiert – er zog auch ein Braislavaer Team (Bühnenbildner Peter Čanecký, Choreograf Juraj Letenaj) bei.
 
Die Menge von mobilen dunkelgrauen Prismen und Würfeln, die mit einer beweglichen Bühne mit live spielender und singender Kapelle und notwendigem Mobiliar ergänzt ist, ermöglicht, zwischen der einfachen Wohnung von Manuel und zwei anderen Umgebungen kontinuierlich zu übergehen. Es wechseln hier ziemlich witzige Wortsequenzen (Nachtauftritt mit Mutter und Morgenauftritt mit Julio in der Darstellung von Bureš), schwarzer Situationshumor mit Andeutungen von Sentiment und wichtiger Aussage über bindende Kraft der Tradition, natürliches Recht an persönliches Glück und über Bedarf an versöhnliche Auffassung. Zu diesem Erkenntnis kommen in gegenseitigen Streiten sowie Äußerungen der Hingabe der manchmal unreife, sich in die Ausreden nervös verstrickende Sohn in der disziplinierten Darbietung des Trägers der Thalia-Preise und des A. Radok-Preises Erik Pardus und die sachlich pragmatische und liebevolle Mutter Fanny in der temperamentvollen Darbietung von Zdena Herfortová. Darüber hinaus bringt dieser für Zuschauer angenehme Titel mit traditionell gründlichem Programmdruck auch ein umfangreiches Bild der Geschichte und Kultur des fernen Argentinien. 

Eine Nacht erstand sie von den Toten auf

Karel Hašek 3. Mai 2008 zdroj Deník

Zdena Herfortová glänzt in der argentinischen Komödie Sie kam eine Nacht zurück im Stadttheater Brno

Die geheimnisvolle Welt der Toten wird in den Werken einer ganzen Reihe der von allen sieben Musen geküssten Künstler reflektiert. Nur wenige von ihnen reflektieren sie doch so wahnsinnig und tragikomisch wie der argentinische Autor Eduardo Rovner in seinem Stück Sie kam eine Nacht zurück. Gerade vor zwei Wochen fand die Premiere dieser Inszenierung im Stadttheater Brno statt.

Der Autor, dessen Eltern nach Argentinien aus Moldawien kamen, kommt regelmäßig, um die Bearbeitungen seiner Texte zu sehen, und für die Ensembles aus der Tschechischen Republik soll er eine Schwäche haben. Er fehlte nicht einmal bei der Premiere in der Straße Lidická und die Vorstellung rührte ihn wirklich.

Die Verwicklung dieser anscheinend okkultistischen Komödie ist einfach - Fanny, die an hyperprotektives Stigma leidet, findet nicht einmal nach dem Tod die Ruhe, und wenn sie erfährt, dass ihr geliebter Sohn heiraten will, fühlt sie sich verpflichtet, zu ihm zurückzukehren. Rovner öffnet ihr das Friedhofstor mir einem magisch-realistischen Schlüssel und lässt sie, in die Welt der Lebenden zu gehen - aber nur ihr Sohn kann sie sehen und hören. Das ist die Quelle von vielen Missverständnissen und komischen Situationen. Die Grundachse der Geschichte ist dann die Generationenbeziehung zwischen der Mutter und ihrem Sohn, in die sie beide ihre Vorstellungen über idealen Gegenüber projektieren uns sich gegenseitig aus dem Unterschied zwischen dem Ideal und der Realität frustrieren.

Der Autor der Brünner Einstudierung ist der slowakische Regisseur Emil Horváth, der mit dem Stadttheater Brno zum ersten Mal zusammenarbeitete. Er sowie sein Realisierungsteam verdienen eindeutig, gelobt zu sein. Die Szene von Peter Čanecký wird nur durch einige graue Quader gebildet, die sich dann aus den Grabsteinen in Tisch oder Bett und umgekehrt nach Bedarf ändern. Die Farben werden der Inszenierung durch die nüchternden und zivilen Ausstattungskostüme verleiht.

Aber das Stück Sie kam eine Nacht zurück ist vor allem ein schauspielerisches Konzert für Zdena Herfortová (Fanny) und für den mit Preisen bekränzten Erik Pardus (Manuel). Die Rollen der energischen, gebieterischen Mutter und ihres Sohnes, der sein eigenes Leben lebt, passen ihnen gut, ich würde sagen wie der Lehm auf den Sarg. (verzeihen sie mir diesen morbiden Vergleich, aber hinsichtlich zur Situierung eines Teils der Handlung auf den Friedhof weiß ich mir nicht zu helfen). 

Übrigens, der Meinung von Herfortová nach handelt es sich nicht um ein Stück über Tod und Sterben, sondern über Leben und Lebensfreude.

Dem Hauptpaar sekundieren Jana Musilová (Dolly), Igor Ondříček (Mitspieler von Manuel Anibal), Zdeněk Bureš (abergläubiger Kontrabassist Julio) oder Josef Jurásek (Geist des Sergeanten Chirina). Obwohl das Stadttheater Brno in der Tschechischen Republik vor allem wegen seiner Musicalproduktion geschätzt wird, ist es gerade die Schauspielbühne, die in dieser Saison eine ungesehene qualitative Stabilität ausweist. Handelt es sich um das Drama Paul I. der Regisseurin Hana Burešová, geistreiches Gangsterstück der Gruppe Střežený Parnass Das Tagebuch des Königs oder um das klassische humorvolle Stück für alle Charleys Tante. Die Inszenierung Sie kam eine Nacht zurück ist eine andere Glasperle auf dieser bewundernswert langen Schnur.

Die Toten leben. In den Erinnerungen.

Kateřina Kolářová 3. Mai 2008 zdroj MF Dnes

Die Komödie des argentinischen Dramatikers Eduardo Rovner Sie kam eine Nacht zurück wurde in Tschechien schon heimisch. Ihr Autor war zum Gast der Prager Messe Die Welt des Buches.

Rovners Komödie, deren zwei Premieren - in Brno und Most - der Autor während seines tschechischen Aufenthalts besuchte, kombiniert das Humor mit der Spiritismusthematik, die ein bisschen mit dem beliebten "magischen Realismus" angesteckt ist. Der Junggeselle Manuel hat vor, endlich zu heiraten, was verursacht, dass seine Mutter von den Toten aufersteht und die Braut kontrollieren geht. Der Schriftsteller erzählt über die Entstehung dieses Stücks eine Geschichte, natürlich auch im Geist des magischen Realismus. Als er einmal seine verstorbene Mutter seiner Misserfolge beschuldigte, erschien ihr Gesicht plötzlich an der Wand und befiel ihm, sie endlich in Frieden ruhen zu lassen.

Die Inszenierung Sie kam eine Nacht zurück wurde schon viermal in Tschechien aufgeführt. Aus Ihren Werken ist sie überall jene beliebteste. Was ist der Grund ihrer weiten Beliebtheit?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, aber ich erkläre es mir gern dadurch, dass mein Theaterstil viel Gemeinsames mit der mitteleuropäischen Kultur hat. Meine Eltern kamen nach Argentinien aus Moldawien und sie fühlten, ihre Wurzeln in Europa zu haben. Von Kindheit an ließ mich der Vater Janáček, Martinů und Smetana zu hören - ich liebe wirklich Smetanas Mein Vaterland. Die Eltern lasen mir auch die Bücher der mitteleuropäischen Schriftsteller. In meinen Werken ist doch auch die Lateinamerika und vor allem Argentinien zu finden. Vielleicht gerade die Mischung des mitteleuropäischen Ansehens und des magischen Realismus macht mein Stück so attraktiv.

Die Verstorbenen haben alle ihre schlechte Eigenschaften und Untugenden wie in der Zeit, wenn sie noch lebten. Wie sind Sie auf diese Idee verfallen?

Ich glaube, dass die Toten in unseren Erinnerungen leben. Wenn Sie unter den Verstorbenen eine liebe Person haben, mit der sie im stillen - oder auch laut - reden, kehrt der Verstorbene zurück und ich sehe keinen Grund dafür, ihn zu idealisieren. In der Inszenierung Sie kam eine Nacht zurück biete ich die Möglichkeit an, dass die tote Mutter auch nur in der Erinnerung anwesend ist. Der Bewerber der Mutter und Nachbar aus dem Friedhof Salo hat Angst, seine Geliebte zu verlieren, und deshalb sagt er der Mutter: Wenn dein Sohn dich vergessen wird, was werde ich ohne dich tun? Ich erdichte gern andere Welten und eine von diesen ist gerade die Welt der Toten. Ich schilderte sie nach meiner Phantasie, deshalb ist es möglich, in der Unterwelt Partys zu organisieren, und das "Leben" geht dort voran.

Sie schreiben auch Puppenspiele und Musicals. Kann man in dieser Vielfältigkeit einige universelle Themen finden, die Sie interessieren?

Es gibt Sachen, deren ich mir bewusst bin, und die Sachen, die für mich ein Geheimnis bleiben. Ich bin mir doch eines universellen Motivs bewusst, und das ist der Kampf des Menschen und der Gesellschaft, der Widerspruch zwischen Wunsch und Sehnsüchten eines Menschen und den Hindernissen, die die Gesellschaft ausbildet. Dank den Konflikten und dank der Notwendigkeit, die Hindernisse zu überwinden, entwickelt sich doch die Gesellschaft. Einerseits brauchen wir alle die Freiheit und anderseits auch das gesellschaftliche Zusammenleben. Wissen sie, jedes Theaterstück kann eine politische Deutung haben. Die Mutter in der Inszenierung Sie kam eine Nacht zurück könnte in der metaphorischen Ebene einen Diktator darstellen - und ihr Sohn die neue Generation, die sich der autoritativen Steuerung entgegenstellt. Ich habe gehört, dass sie in einigen Ländern auf diese Weise gespielt wurde. Ich habe doch dieses Stück mit dieser Absicht nicht geschrieben. Aber der Zuschauer begreift immer das Spiel im Rahmen seines eigenen Kontextes.

Wenn Sie die Politik erwähnt haben - welche Rolle spielte das Theater in Argentinien in der Zeit der Regierung der militärischen Junta?

Gerade das Theater, konkret die Bewegung Offenes Theater, stellte sich dem militärischen Charakter des Regimes entgegen. Es waren hier einige Dramatiker, die sich vereinigten, und wir schrieben einige, zum Regime kritische Stücke, natürlich in Allegorien. Ein Theater wagte sich, sie aufzuführen und der ganze Zyklus war äußerst erfolgreich. So erfolgreich, dass das Regime das Theater niederbrennen ließ. Wir ließen uns doch nicht brechen, wir sind anderswohin gegangen und der Zuschauerraum war wieder voll besetzt. Kurz darauf ist das Regime gefallen. Ich will unsere Verdienste nicht überschätzen, ich glaube doch, dass das Theater zum Ende des Regimes auf seine Weise beigetragen hat.

Sie sagen, dass solange wir uns an die Toten erinnern, sind sie mit uns. Wie wichtig finden Sie, wie der Schriftsteller, die Erinnerung?

Die Erinnerung ist der Schlüsselfaktor. Sie können sich von der Vergangenheit nicht befreien. Ich werde nie die Jahre vergessen, die ich in der Angst verbrachte, dass das Regime mich ins Gefängnis stecken oder sogar verschwinden lässt. Die Erinnerungen bilden auch die Geschichte, aber nur aus den Erinnerungen leben, das ist schädlich. In der Inszenierung Sie kam eine Nacht zurück kommen die Toten eine Nacht zu Manuel und wollen ihn in ihr Reich mitnehmen. Er lehnt doch ab und wählt die Zukunft. Für mich persönlich ist dieses Stück sehr wichtig, weil ich dank ihm bewies, mich endlich mit meiner toten Muter zu versöhnen.

 

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