Die Spieler

Die Spieler

  • Genre Schauspiel
  • Bühne Schauspielbühne
  • Premiere15. März 2003
  • Vorstellungsdauer1:30 hod.
  • Anzahl der Wiederaufführungen39
  • Derniére15. April 2005

Komödie

Die Spieler, die eines der unvollendeten Schauspiele des russischen Dramatikers N. W. Gogol darstellen, gehören neben dem Revisor und der Heirat zum goldenen Fonds der russischen Komödie.

Die Spieler sind eine wahre Meisterstudie über das Innere derer, die nicht nur für Geld, sondern auch aus reiner Freude verschiedene Betrügereien, wie diesmal beim Kartenspiel, ausklügeln, und die neben dem Geld jenes Risiko über alles lieben, das diese Art des Broterwerbs mit sich bringt. Es ist nicht nur eine Geschichte zum Totlachen darüber, wie Betrüger von Betrügern betrogen werden. Es ist vor allem ein Schauspiel über eine Leidenschaft, die echt, (somit kein Verliebtsein in eine Frau) ist, über eine Passion, welche die Falschheit, Lüge und Durchtriebenheit beim Individuum und bei der Gesellschaft an oberste Stelle stellt, und die mit Recht die fade Ehre und Ehrlichkeit auf den Platz verweist, der ihnen schon immer gebührt hat. Schließlich geht es im Schauspiel auch darum, dass das „Spielen“ nicht nur Gelderwerb ist, sondern ein Vergnügen, über dem Abgrund zu tanzen und raffinierte Tricks auszudenken, mit denen die anderen reingelegt werden können. Die Devise der Spieler von Gogol, die man daraus mitnehmen kann, lautet: Es ist keine Kunst, wie ein Dummkopf zu leben. Aber schlau und gewitzt zu sein und so zu leben, dass man alle betrügt, jedoch von niemandem betrogen wird, das ist Kunst, Aufgabe und Ziel!“.

Autor

  • Nikolaj Vasiljevič Gogol

Bearbeitung

Regieassistent

  • Blanka Fišerová j.h.

Übersetzung

  • Leoš Suchařípa

Dramaturg

Szenerie

  • Jan Dušek j.h.

Musik

  • David Rotter j.h.

Švochněv

Glov starší

Zamuchryškin

Alexej

Gavrilka

Utěšitel

Betrug ist doch Kunst

Jiří P. Kříž 19. März 2003 zdroj Právo

Der Ausfall des Schauspielers Boleslav Polívka hatte zur Folge, dass der Regisseur Zdeněk Černín für das verschobene Warten auf Godot den Spielplan des Stadttheaters Brno um Gogols Spieler ergänzen musste.

Černín hebt die Wunderlichkeit Gogols exzellenten, beißend ironischen, dramatischen Vabanquespiels mit einer tragischen Pointe hervor. Der vornehme Betrüger Icharew wird von primitiven, geradlinigen, jedoch in einem Team zusammenarbeitenden Bauernköpfen betrogen. In der Einheit liegt die Stärke, heißt es. Der Regisseur baute die Inszenierung auf dem „Kartenaufdecken“ auf. Wenn Icharew weniger von der eigenen Genialität eingenommen wäre, wäre ihm dieses dilettantische Theater nicht entgangen, das ihm vom eingespielten Team Tröster, Schwochniev, Krugel und weiteren Kumpanen vorgegaukelt wird. Seine Wachsamkeit wird endgültig im Augenblick der Vorstellung besiegt, er könne für Achtzigtausend Zweihunderttausend bekommen. Der Untergang eines Betrügers von der Weltgröße, der von einfachen Leuten betrogen wird, ist unumkehrbar.

Martin Havelka kann als Icharew den Kontakt zum Publikum herstellen und ist immer eine Garantie dafür, dass die Spieler zum Kassenschlager werden. Bis ins einzelne Detail durchdachte Rollen sind der nervenreibende Krugel von Zdeněk Junák und der scheue, von den Spielern jedoch genialste Bösewicht Tröster von Erik Pardus. Ein „glaubwürdiger“ Kontrast der jugendlichen Unerfahrenheit ist Schwochniev (Patrik Bořecký). Die glänzende Husarenfigur des ewigen Verlierers Glov der jüngere wird abwechselnd von dem von Rolle zu Rolle reifer werdenden Alan Novotný und von dem, Gott sei dank, ins Stadttheater Brno zurückkehrenden Jan Apolenář gespielt.

Im sprühenden Gogols Part bekommen auch die alten Barden wie Jiří Tomek (Glov der ältere), Pavel Kunert (Gawrilka) und der wunderbar genesende Karel Bartoň (Alexej) ihre Chance. Die Musik ist nach russischer Art, nur beim Kosakentanz wird von den tschechischen Schauspielern, nicht nur im Sinne des Stücks, ein wenig gemogelt. Die Komödie hat einen schnellen Handlungsverlauf, nach ein und halb Stunden geht es nach Hause, was dem Regisseur und seinem Dramaturgen Jiří Záviš als Verdienst anzurechnen ist.

Gogols Spieler unterhalten und beleidigen niemanden

Simona Polcarová 19. März 2003 zdroj Rovnost

Als Ersatz für die nicht aufgeführte Premiere Becketts Warten auf Godot setzte das Stadttheater Brno am vergangenen Wochenende als fünfte Inszenierung der Saison Gogols Spieler in Szene.

Der Titel, bei dem eine Partie leidenschaftlicher Kartenspieler zusammenkommt, für die das gemachte Geld genauso wichtig ist wie das Spinnen von Intrigen, wie die eigenen Kumpanen am besten zu betrügen und reinzulegen sind, wurde vor allem zur Gelegenheit für Schauspieler, so gut wie möglich die Charakterzüge der mit allen Wassern gewaschenen, kleinen Betrüger auszumalen. Die Handlung beginnt langsam und allmählich mit Icharews Ankunft in einem nicht näher genannten Gasthaus, wo bereits der Tröster, Schwochniev und Krugel gemeinsam am Werk sind. Zunächst forschen das Trio und der Neuankömmling schüchtern einander aus, bald aber verfliehen alle ihre Skrupel und sie verfallen einer zügellosen Spielsucht. Wie bei jeder Anekdote kommt zunächst alles ganz schön durcheinander, bis der Zuschauer erfährt, wer eigentlich wen betrogen hat.

Černín beachtet als Regisseur sowohl den Text als auch die Absicht des Autors, und bemüht sich nicht, Eindruck zu schinden, sondern im weitesten Sinne zu spielen, mit Situationen, mit Worten und Schauspielern.

An die Rolle des Neuankömmlings Icharew mit der Möchtegern-Weltbürger-Attitüde machte sich Martin Havelka heran, das Trio Tröster, Schwochniev und Krugel wird perfekt von Erik Pardus, Patrik Bořecký und Zdeněk Junák ins Spiel gebracht. Sie harmonieren blendend - Pardus hält in der Rolle des Trösters auf legere Eleganz, Ungezwungenheit und gemäßigte Art, Bořeckýs Schwochniev ist eher leicht aufbrausend und ungeduldig, und Junák wartet als Krugel in Ruhe und Gemütlichkeit den Ausgang ab. In der kleinen, jedoch überzeugenden Kreation des alten Bauern Glov exzelliert Jiří Tomek, der jüngere Glov wird von Alan Novotný in Alternanz mit dem gastierenden Jan Apolenář gespielt. Die größte Unterhaltung herrscht auf der Bühne dann, wenn alle Kartenspieler auftreten und bereitwillig einander zuspielen. Im Augenblick, als Havelka kurz vor der Auflösung der Handlung am Schluss auf der Bühne einen Augenblick lang alleine verweilt, geraten seine Möchtegern-Belehrungen des Publikums irgendwie ins Stocken.

Die Spieler bieten eine rund ein und halb Stunde dauernde, anständige Portion Unterhaltung, und werden mit ihrem Humor sicher niemanden beleidigen. Für die Darsteller bedeutet die Vorstellung wiederum eine angenehme Belebung ihres Repertoires.

Die immer wahren Spieler

-ar- 1. Dezember -1 zdroj Monatliches Informationsblatt der Stadt Blansko

Fast unglaublich aktuell wirken die „Spieler“ von Nikolaj V. Gogol. Dieses Schauspiel wurde im Moskauer Bolschoitheater am 5.2.1843 uraufgeführt. Das Stück erfreute sich zwar nicht der Beliebtheit des Revisors (uraufgeführt im Jahre 1836) bzw. der Heirat (1842), es gebührt ihm aber sicher ein fester Platz in der Theaterwelt. Das bezeugt auch seine Inszenierung im Stadttheater Brno (Premieren am 15. und 16. März). Die Spieler werden in der Übersetzung von Luboš Suchařípa und in der Dramaturgie von Jiří Záviš aufgeführt. An die Regie wagte sich Zdeněk Černín, (der auch den Text bearbeitete und das Stück gleichzeitig im Schlesischen Theater Troppau inszenierte.) Der Autor der Ausstattung und der Kostüme ist Jan Dušek, a.G., der Musik David Rotter, a.G.

Es sollte vor allem gesagt werden, dass die Inszenierung eine großartige Gelegenheit für die Schauspieler ist, und dass der Regisseur, laut eigener Aussage, das Stück vor allem als „Theater der Schauspieler“ versteht, in dem die Gedanken dem Publikum in erster Linie durch die Leistung der Schauspieler vermittelt werden. Die Sonntagspremiere bewies, dass die Brünner die gegebene Gelegenheit fest am Schopf packten. Jede Gestalt war fest umrissen, jeder Darsteller drückte der Rolle seinen eigenen Stempel auf, wodurch im Ergebnis ein exzellentes Stück entstand. Es bereitet Freude, Martin Havelka (Icharew), Erik Pardus (Tröster), Patrik Bořecký (Schwochniev), Zdeněk Junák (Krugel) zu sehen. Dem Quartet der ungemein tüchtigen, beim Kartenspiel mit allen Wassern gewaschenen Betrügern stehen Jiří Tomek (Glov junior), Jan Apolenář, a.G. in der Rolle seines Sohns (alternierend mit Alan Novotný), Zdeněk Bureš (Samuchrischkin), Pavel Kunert (Alexej) und Karel Bartoň (Gawrilka) in nichts nach. Das Spiel wird ohne äußere Regieffekte aufgeführt und ist bis zu der überraschenden Pointe perfekt abgestuft. Zu der nicht nachlassenden Spannung trägt sicher auch der Umstand bei, dass ohne Pause gespielt wird.

Auch wenn Gogols Spieler beinahe 170 Jahre alt sind, bringen sie nach wie vor die Gegenwart: Korruption, Ignoranz und Betrügereien, kurz, die drei „Säulen der Gesellschaft.“ Der Text ist zeitlos und immer noch aktuell. So sagt Icharew: „Es ist keine Kunst, wie ein Dummkopf zu leben. Aber schlau und gewitzt zu sein und so zu leben, dass man alle betrügt, jedoch von niemandem betrogen wird, das ist Kunst, Aufgabe und Ziel!“ Witzig? Im Theater sicher. Umso trauriger ist es aber, dass diese Theorie im Alltag Anwendung findet. Zdeněk Černín fügt hinzu: „Heute ist nicht die Lüge beleidigend, sondern die Wahrheit.“ Dennoch rate ich Ihnen gut, (und es ist keine Lüge): Die 580. Inszenierung des Stadttheaters Brno ist wirklich sehenswert und es wäre Schade, sie zu verpassen.

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