Steingast oder Wűstling

Steingast oder Wűstling

  • Genre Schauspiel
  • Bühne Schauspielbühne
  • Premiere6. September 2003
  • Vorstellungsdauer2:10 hod.
  • Anzahl der Wiederaufführungen33
  • Derniére7. März 2005

Musikalische Tragikomödie

Der kaum zwanzigjährige Komponist und gebürtige Bolognese Vincenzo Righini, der in den Siebzigerjahren des 18. Jahrhunderts in Böhmen wirkte, gab mit diesem Werk Prag, ganze elf Jahre vor Mozart, eine der ersten Opern über Don Giovanni (oder Don Juan, wie Sie wollen.) Das Werk entspricht jedoch kaum den Vorstellungen einer Oper, sondern erinnert vielmehr an ein Gesangsspiel, in dem gesprochene Dialoge mit Arien und Chorpartien durchwoben sind, und das die Tradition der venedischen komischen Oper nach Goldoni fortsetzt. Schließlich hat auch der Autor des Librettos, zu damaliger Zeit ein Dichter des Wiener Hoftheaters, Nunziato Porta reichlich auf Goldonis Komödien zurückgegriffen. Dadurch entstand ein originelles „Stückerl“ , Don Giovanni nach Art der Harlequiniade bzw. Comedia dell ´Arte, das eine außerordentliche Schauspielleistung und ein hohes Maß an Interpretationsvermögen abverlangt und verspricht, für die Zuschauer eine nicht abgenutzte Augenweide, ein Theater par Exzellenz zu werden. Der Regie der tschechischen Uraufführung wird sich Hana Burešová annehmen, die mit der Aufführung dieses Genres in Prag und im Ausland ihre Erfahrungen hat, und nicht wenige Erfolge beim Publikum und bei der Fachkritik feiern konnte. (Der Barbier von Sevilla, Mamselle Nitouche, Rigoletto)

Autor

  • Vincenzo Righini
  • Nunziato Porta

Regie

  • Hana Burešová j.h.

Regieassistent

Übersetzung

  • Stella Pavlovská

Kostüme

  • Samiha Malehová j.h.

Dramaturg

  • Štěpán Otčenášek j.h.

Bühne

  • Karel Glogr j.h.

Musikeinstudierung

Dirigent

Choreographie

  • Jana Vašáková j.h.
  • Jiří Reidinger j.h.

Don Giovanni

Arlecchino

Komtur di Loioa

Donna Anna

Donna Isabella

Elisa

Corallina

Tiburzio

Grand Festival des Lachens zum vierten Mal – und am besten

Jan Kolář 16. März 2004 zdroj Divadelní noviny

Nach dem vierten Jahrgang kann das Grand Festival des Lachens in Pardubice schon zu den etablierten, fast erwachsenen Schauen ohne Kinderkrankheiten angeordnet werden. Dieses Jahr war es zum ersten Mal für die gegenwärtige Komödie „an sich“ geöffnet (ohne regional beschränkt zu sein) und dieses Jahr verschärfte es auch zum ersten Mal die Selektionskriterien, so dass nicht eine dramaturgische Ausschweifung in seinem Programm zu sehen war.

Der vergessene Komponist Vincenzo Righini komponierte seinen Don Giovanni elf Jahre früher als Mozart, mit dem Libretto von ähnlich „toten“ Nunziano Porta. Ihr „Steingast oder Wüstling“ („Il convitato di pietra“), musikalisch sowie literarisch Musealstück, diente doch fast ideal der Regisseurin Hana Burešová und dem Ensemble des Stadttheaters Brno zu einem ausgelassenem Theater im Theater, zu Bacchanal, szenischer Einbildungskraft, anmutiger Schau von musikalischen, wörtlichen und Bewegungswitzen, die zum Abschluss die Zuschauer zu einem endlosen Applaus und beide Gerichte (Preis- sowie Studentengericht) zur Erteilung des Titels Komödie des Jahres 2003 für gerade diese Inszenierung zwangen.

Die beste Komödie wird in Brno gespielt

Tomáš Dvořák 16. Februar 2004 zdroj Hradecké noviny

IV. Jahrgang von Grand Festival des Lachens endete gestern Abend in der Kulturstätte in Pardubice

Den Titel Komödie des Jahres 2003 bekam auf dem IV. Jahrgang von Grand Festival des Lachens die Vorstellung des Stadttheaters Brno „Steingast oder Wüstling“ („Il convitato di pietra“).

Das Wochenfestival endete. Das Siegesspiel aus Brno wurde auch vom Studentengericht eingeschätzt, das vor allem die Regieauffassung und Kompaktheit der Inszenierung hervorhob.

FESTIVAL DES LACHENS HINTER DER HÄLFTE

Tomáš Dvořák 13. Februar 2004 zdroj Pardubicko

Mittwochabend glänzte im Ostböhmischen Theater das Brünner Ensemble

Der vierte Jahrgang von Grand Festival des Lachens, das in der Stadt des Pfefferkuchens vom Ostböhmischen Theater organisiert wird, schwang in seine zweite Hälfte. Die ausgezeichneten Brünner Schauspieler – das Mittwochprogramm der Schau der besten Theaterkomödien stand im Zeichen der Inszenierungen, in denen eine wichtige Rolle Musik hatte. Während Vormittag in die Szene von Hronovice die Studenten des Staatkonservatorium Prag mit ihrer gelungenen Inszenierung Kanzler kamen, bekam Abend den Raum auf der Hauptszene der Kulturstätte in Pardubice das Stadttheater Brno mit der Inszenierung Steingast oder Wüstling (Il convitato di pietra). Das ausgezeichnet servierte Spiel mit Sängen über Don Giovanni (Don Juan), in dem die witzigen gesprochenen Dialogen mit Arien durchwebt sind, hatte alles, was eine richtige Komödie haben soll. Interessante Szene, wunderschöne Kostüme, hochwertige Regie der gastierenden Hana Burešová, prächtige schauspielerische und sängerische Leistungen der Hauptdarsteller katapultierten das Brünner Ensemble zu einem großen Kandidat für einen der Festivalpreisen.

Don Giovanni in Perücke und Negligee

Kateřina Bartošová 15. Oktober 2003 zdroj Lidové noviny

Stadttheater Brno erweiterte sein Repertoire um eine gelungene Musikkomödie nach einer Oper aus der Zeit vor Mozart.

Hana Burešová hatte die berühmte Oper von Vincenzo Righini und Nunziato Porta über den berühmten Verführer bereits im Jahre 1997 mit den Studenten des zweiten Studienjahrs der Theaterakademie der musischen Künste im Theater von Dejvice einstudiert. Die von ihr in Brünn vorbereitete Inszenierung zählt zu den besten, die es im Stadttheater zu sehen gibt. Die Autoren nutzten die historische bildende Sprache und schufen eine Augenweide auf einer klassischen Gucklochbühne mit einem gemalten hinteren Prospekt, mit flachen Kulissen, mit einem riesigen Kronleuchter über dem Orchester, mit reichen Rokokokostümen und Perücken. Dennoch geht es bei weitem nicht nur darum, den historischen Stil nachzuahmen. Dieser ist nur ein Spielzeug in der Hand der Regisseurin, die um die bewegliche Gucklochbühne einen Raum für „Garderoben der Schauspieler“ freilässt, von wo die immer anwesenden Schauspieler ins Spiel eintreten und wo sie parallel kleine Episoden aus dem Kulissenraum darstellen.

Die Verbindung zweier Welten - ungeregelte Beziehungen im Kulissenraum, schlecht angezogene Kostüme, verspätete Auftritte, kleinere verwickelte Liebesintrigen, die „perfekte“ Bühne mit der künstlich arrangierten Ausgestaltung, absichtlich überzogene Operngesten - all dies ist ein Schlüssel zu dem leicht ironischen Verständnis des inszenierten Stoffes.

Neben dem Prinzip des Theaters im Theater brachte die Regisseurin auch Elemente der Commedia dell’Arte, nämlich kurze und einfache Gags, ins Spiel. Dabei kann der Hauptdarsteller Arlecchino (Viktor Skála), im traditionellen Kostüm mit der üblichen komischen Pritsche und einem im Gürtel steckenden Holzschwert, seine Vorteile zur Geltung kommen lassen. Mit der typischen Haltung und Gesten wirkt er wie eine Figur aus den historischen Zeichnungen der komischen Diener und Harlekins. Der Ort der Handlung wird von der Regisseurin nach Brünn verlegt, das mit Übertreibung als Küstenstadt dargestellt wird.

In der angenehm dahinlaufenden Inszenierung mit gelungenen Gesangsleistungen fehlt es nicht an Witzen und Ideen, die sich aus dem Theater im Theater und aus dem ironischen Verständnis der Charaktere ergeben. Das Leid des in den Höllenabgrund gestürzten Don Giovanni (Igor Ondříček) zum Schluss bringt mit Hilfe einfacher Mittel (Beleuchtung, Gesichtsmasken) eine Wendung in die ausgelassene Stimmung. Das Musikfinale vermittelt suggestiv die ewige Verdammnis des Helden.

Der zum Humor bekehrte Ruchlose

Luboš Mareček 2. Oktober 2003 zdroj MF Dnes

Die Geschichte von einem der beleumdetsten Verführer Don Juan kam dank der Regisseurin Hana Burešová im Stadttheater Brno ins Leben. Ihre Inszenierung der Oper "Das steinerne Gastmahl oder Der Ruchlose", die von den Italienern Vincenzo Righini und Nunziato Porta stammt, ist mehr als nur eine Neuauflage des Werkchens, das Prag erstmals im Jahre 1776 zu Gesicht bekam. Dabei musste Mozarts berühmter Don Giovanni damals noch elf Jahre auf die Prager Aufführung warten.

Mit diesem Werk holte Burešová eine der vielen Variationen von Don Giovanni ans Licht. In Brünn erschien der gefährliche Lüstling erstmals im Jahre 1734 in der Taverne der heutigen Redoute. Die Silhouette des ältesten Theatergebäudes Mitteleuropas findet nun in den gemalten Kulissen von Karl Glogr Verwendung. Die aufgelockerte Nachbildung der historischen Szene, wo über den Köpfen live-spielender Musiker ein Kronleuchter mit Kerzen hängt, macht es möglich, dass sich in das Bühnenbild in humorvoller Übertreibung zwei Hauptsymbole Brünns einschleichen, nämlich das Rad und der Drache. Dabei stört es überhaupt nicht, dass sich die Geschichte in Kastilien abspielt. Zu einer Augenweide werden auch die Rokokokostüme von Samiha Malehová, seien es unglaublich breite Krinolinen, unmöglich überschmückte Perücken, Schnitte oder sei es Don Giovanni mit dem rothaarigen Zopf in einem sexy transparenten Blüschen.

Die Verknüpfung des Rokokotheaters mit der Commedia dell´arte diente Burešová zu einer sättigenden Unterhaltung. Die Story ist nicht kompliziert. Giovannis Sünden sind anekdotenhaft einfach. Es steht von vornherein fest, dass der Tunichtgut in der Hölle landen muss. Dem heutigen, von Effekten verwöhnten Publikum muss die Diät der Tragikomödie schmackhafter gemacht werden. Neben der opulenten Bühnengestaltung entsteht die gewünschte Spannung unter den Gestalten der Adeligen und den Vertretern des plumpen Volkes. Die Schauspieler sitzen um eine klassische Gucklochbühne, die ein Eigenleben führt. Verspätete Auftritte, Ausderrollefallen, Gesichterschneiden über die Auftritte falsch singender Kollegen und sonstige Streiche bilden eine weitere Funktionslage der Inszenierung. Die Witze sind kultiviert, wenn auch die Übersetzung der deutschen Arie von Arlecchino in die Brünner Mundart über die Grenze anerkannter Volkstümlichkeit hinausgeht.

Dabei verzichtet Burešová nicht einmal auf die ernsthaften Situationen und sorgt damit für einen Ausgleich in der sonst ausgelassenen Komödie. Don Juan kehrt vor der Pause beinahe um. Das Schlussbild eines brennenden Sünders, der von einem Furienchor verdammt wird, versetzt die Inszenierung jedoch in die Lage eines witzigen Moralspiels.

Die musicalgeschulten Schauspieler tun sich hin und wieder mit dem Operngesang schwer, die Regie hat sie aber auch hier gekonnt aus der Affäre gezogen. Das närrische Treiben des Ensembles vermittelt das Bild einer durchschnittlichen italienischen oder deutschen Wandertruppe, die im 18. Jahrhundert nicht nur in Brünn zu Gast war. Damals flößte Don Giovanni jedoch dem gottesfürchtigen Publikum einen größeren Schrecken ein. Anstelle der erzieherischen Alb bietet Burešová ein stilechtes und witziges Spektakel, das auf eine andere Weise in Erinnerung bleibt.

Das steinerne Schelmenstück

28. September 2003 zdroj Scena cz

Erstmals berief die Regisseurin Hana Burešová das gesamte Prager Team in das Stadttheater Brno, um mit ihnen zusammenzuarbeiten. Es handelt sich um den Dramaturgen Štěpán Otčenášek, um die Kostümbildnerin Samiha Malehová und um den Bühnenbildner Karl Glógr. Alle drei haben ein sehr offenes Ohr für einander. Aus ihrer Werkstätte stammt das anspruchsvolle Projekt „Bilder aus der französischen Revolution“ oder „MacBest (Wyrd Sisters)“ Beide Inszenierungen feierten im Theater an der Langen Gasse Riesenerfolge. Auch wir stellen uns die zweite Frage: Wie erfolgreich war diese Invasion aus Prag?

Die Inszenierung des Steinernen Gasmahls zählt zu den Komödien dell´arte, allenfalls zum Jahrmarkttheater. Es behandelt, oft mit großer Übertreibung, den Stoff der Eroberung von Frauenherzen, der gesellschaftlichen Moral, des übertrieben schmeichlerischen Gehabes usw. Man kann sich von diesem Stück keine umwerfende, anspruchsvolle Kunst erwarten. In dieser Hinsicht hat sich das Inszenierungsteam gut bewährt: In der stilecht reichen Ausstattung wird vor einem vorgestellten Guckloch gespielt, an beiden Seiten von einem aufgedeckten Kulissenhintergrund umgeben: Garderobe, Inspizientenraum, Schminkraum. Dieses Element hat das Museumsstück nachträglich bereichert und das Komische über das Tragische gestellt. Kurz und gut in der Brünner Mundart Hantec: Vor lauter Lachen kamen den Schauspielern und Schauspielerinnen oftmals Tränen. Denn viele Streiche spielten sie einander zugunsten des Publikums im Zuschauerraum. Die größte Bürde auf der Bühne kam vor allem dem Arlecchino zu. Diesem verlieh Viktor Skála die besten Schelmereien und Heiterkeiten. In der Etüde „Hantec Translator“ punktete er im Rapperstil, was er dann noch wiederholte. Jan Apolenář schaffte als Don Alfonso bis auf die Handbewegungen glänzend die Kreatur des Krinolinenjägers. Der verbleibende Hauptverführer Don Giovanni in der Darbietung von Igor Ondříček hatte die gehörige Portion Schleimigkeit, Arroganz und Triebhaftigkeit gegenüber dem „schwachen Geschlecht.“

Der Ruchlose eröffnete in Brünn die Theatersaison

Pavla Hobstová 16. September 2003 zdroj Impuls

Don Giovanni eher zum Lachen

Das Stadttheater Brno tat einen glücklichen Schritt in die neue Saison. Die neue Inszenierung des Dramas tragicomico „Das steinerne Gastmahl oder der Ruchlose“ vom Bolognesischen Komponisten Vincenzo Righini ist lieb und witzig.

Diese Form der Geschichte von Don Giovanni verlangt zwar weder eine besondere dramatische Darbietung noch eine komplizierte psychologische Bearbeitung der Rollen, dafür stellt sie hohe Ansprüche an pantomimische Leistungen der Schauspieler. Darunter dominiert der Darsteller des Harlekins. Eine glanzvolle Schauspiel- und vor allem Komödienleistung von Viktor Skála! Don Giovanni wird von Igor Ondříček gespielt und gesungen, der Komtur von Ladislav Kolář. Donna Anna wird von Alena Antalová verkörpert.

Die Regisseurin Hana Burešová bereitete ein entzückendes und witziges Spektakel. Die musikalische Einstudierung ist das Werk von Karel Cón.

Der beste Steingast

Scena cz 1. Dezember -1

IV. Jahrgang von Grand Festival des Lachens gehört schon der Vergangenheit.

Wer hat zuletzt gelacht? Ganz sicher nicht das Stadttheater Brno – die Inszenierung Steingast oder Wüstling bekam den Titel Komödie des Jahres 2003. Das Spiel von Vincenzo Righini und Nunziato Porta wurde von der Regisseurin Hana Burešová einstudiert. Diese Inszenierung bekam auch den Preis des Studentengerichts für die Regieauffassung und Kompaktheit der Inszenierung.

Burešová lässt Leidenschaften lodern

Jiří P. Kříž 1. Dezember -1

Freude am Theater zu haben, die Kunst bewundern zu können, und ein Erlebnis von der Intensität all dessen mit nach Hause zu nehmen. Das bereitete die Regisseurin Hana Burešová den Zuschauern des Stadttheaters in der nicht leichten Inszenierung einer Oper aus der Zeit vor Mozart. Es war dies bei der Premiere und während der ersten Reprisen von „Das steinerne Gastmahl oder der Ruchlose“ von Vincenzo Righini und Nunziato Porta.

Burešová ist ein Beispiel für eine Regisseurin, die es immer wieder schafft, nicht nur die Zuschauer, sondern auch Kritiker zu bezaubern, und die bei ihnen regelmäßig als heißer Tipp für den A. Radok Preis für die jahresbeste Inszenierung gilt.

Die Aufschrift „Grüß aus Brünn“ prunkt auf dem niedlichen Vorhang (Bühnenbild Karel Glogr) der perfekt illusionistischen barocken Schlossszene. Nicht nur mit der Vedute der Stadt, in welcher die Einmündung des Bächleins Ponávka in den Fluss Svitava gegen die prachtvolle Landschaft einer Meeresbucht ausgetauscht wurde, sondern auch mit anderen Motiven (Eisgruber Rad, berühmter Brünner Drache, Fischerbrunnen am Gemüsemarkt, jedoch mit der Reiterstatue eines Komturs auf dem Scheitel des bildhauerischen Werkes) verwandelt sich das Werkchen zu einer unerhörten Verherrlichung einer ewig zerstrittenen Stadt. Als Tipp für die jahresbeste Arbeit notiere ich mir die reichverzierten und dennoch im ironischen Sinne der Inszenierung generell deformierten Kostüme von Samiha Malehová. Und wie ist es mit Regie? Vollkommene, genaue Durchdringung der erwähnten Genres, rein und fehlerlos, mit einer zweiten Handlung – Towuhabohu und prickelnde Geschichten im Kulissenhintergrund, wohin man von beiden Seiten des Portals des barocken Bühnchens einsehen kann.

Viktor Skála (Arlecchino, Don Giovannis Diener) und Igor Ondříček (Giovanni.) Das wäre eine harte Nuss zum Knacken für die Thaliaverleiher gewesen, wenn sie sich bei der Premiere eingefunden hätten! Gemeinsam mit Ladislav Kolář (Komtur) schafften sie mit Bravour die nicht immer leichten Opernparts. Unter den Schauspielerinnen fallen im gleichen Sinne Helena Dvořáková (Gastwirtin Corallina), sowie Irena Konvalinová (Donna Isabella) auf, aus der Burešová im Sinne der Inszenierung auch schön entfremdete Opernmanieren einer Soubrette herausholte, die eigentlich nicht besonders gut singen kann.

Nicht unterzukriegen waren auch Alena Antalová (Donna Anna), Jan Apolenář mit Jan Mazák (Don Alfonso), Ivana Vaňková oder Zuzana Kyseľová (Elisa), Alan Novotný (Tiburzio, Kellner). Kurz und gut, dem Stadttheater ist wieder einmal ein Werk gelungen.

Geschichte vom Schürzenjäger in Wort und Gesang

Jaroslav Parma 1. Dezember -1 zdroj Monatliches Informationsblatt der Stadt Blansko

Es gibt viele Variationen zum Don-Juan-Thema. Die Dramaturgie des Stadttheaters (Štěpán Otčenášek, a. G.) griff jedoch weit in die Vergangenheit auf ein sehr altes Stück zurück und setzte (in den Premieren am 6. und 7. September) die Barockoper mit Elementen der Commedia dell´ Arte „Das Steinerne Gastmahl oder Der Ruchlose“ in Szene, deren Urheber der Opernkomponist Vincenzo Righini und der Librettist Nunziato Porta sind, die mit ihrem Werk Mozarts Don Giovanni fast um 20 Jahre voraus waren.

Die Gastregisseurin Hana Burešová (die aber nicht das erste Mal am Brünner Theater ist) nähert sich (unter der Assistenz von Jiří Záviš) dem Werk nicht mit Ehrfurcht, sondern eher mit Verstand und lässt den Schauspielern, die auch anspruchsvolle Opernpartien bewältigen müssen, für die Darstellung der Rollen viel Freiraum. Selbst eine gewisse Überbetonung ist keine Ausnahme. Das gilt vor allem für die obenerwähnten Gesangsparts. Die Musikvorstellung wurde zwar von Karel Cón bearbeitet und einstudiert, dirigiert wird sie jedoch von seinem Schüler, den er sich selbst ausgesucht hat, nämlich von dem begabten Gastdirigenten Dan Kalousek. Die Kostüme gehen von den Entwürfen von Samiha Malehová, a. G. aus, bei der bewegungstechnischen Zusammenarbeit wirkten auch die Gäste Jana Vašáková und Jiří Reidenger mit. Aus dem Rahmen fällt die Bühnenlösung, bei der es nicht nur die Bühnen, sondern auch den Kulissenhintergrund zu sehen gibt. Sie stammt von Karel Glogr, a. G.

Die Titelrolle des Don Giovanni wurde (dem neuen Leiter der Musikbühne des Nationaltheaters Brno, die unter die Fittiche des Stadttheaters schlüpfen wird – Anm.: ar) Igor Ondříček anvertraut, der sie richtig genießt. Ähnliches ließe sich auch über Ladislav Kolář in der Rolle des Komturs sagen. Freude am Spiel ist aber auch bei Viktor Skála (Arlecchino), Alena Antalová (die nach gewisser Zeit in der Rolle der Donna Anna „heimgekehrt“ ist), Irena Konvalinová (Donna Isabella), Alan Novotný (der vielleicht nur in der Rolle des Kellners ein Wenig zu „zittrig“ wirkt, der aber noch den Fischer spielt), Jan Mazák (in der zweiten Premiere in der Rolle des Don Alfonso, alternierend mit Jan Apolenář), Pavla Ptáčková (Kammerfrau) und Helena Dvořáková (Gastwirtin) zu spüren. Das Theaterpersonal wird von Michal Nevěčný dargestellt.

Man kann von der Inszenierung ruhig behaupten, dass sie eine liebliche Bereichung des derzeitigen Repertoires der immer populärer werdenden Brünner Bühne ist (und sicher auch lange bleiben wird.)

Der Ruchlose gab sich zwar der Ausschweifung hin...

Vladimír Čech 1. Dezember -1 zdroj Kam

Der Ruchlose gab sich zwar der Ausschweifung hin, unterhaltsam war aber vor allem Arlecchino

Die Prager Gastregisseurin Hana Burešová hat Righinis und Portas Werk zur Don-Juan-Thematik als Theater im Theater inszeniert. Somit gibt es auf der Bühne eine weitere Bühne mit Portalen zu sehen, an deren Seiten Schauspieler herumstehen, die sich auf ihren Auftritt vorbereiten. Es sind auch Garderobieren, Perückenmacherinnen, der Inspizient u.ä. da. Die Vorstellung wird durch eine Pause unterbrochen und dauert rund zwei Stunden und fünfzehn Minuten. Dennoch wirkt sie im zweiten Teil ein Wenig weitschweifig, weil sich hier nur noch Giovannis letztes Mittagsmahl, zu dem der Titelheld den Komtur eingeladen hat, und das anschließende Abendmahl abspielen, bei dem der Komtur Giovannis Einladung erwidert. Gerade dieses Gelage wird zu einer überströmenden Quelle für Scherze, die der Diener Arlecchino (, der dem Leporello bei Mozart entspricht), aus dem Ärmel schüttelt, wobei seine Auftritte mit der Gastwirtin Corallina kleinere Paradeetüden darstellen. Freilich ist „Das Steinerne Gastmahl oder Der Ruchlose“ in der Ausführung des Stadttheaters Brno keine Oper im wahrsten Sinne des Wortes. Es handelt sich eher um ein Schauspiel mit Gesangseinlagen. Nichtsdestotrotz sitzt unter der Bühne ein kleines Orchesterchen mit einem elektronischen Cembalo, das vom Perückenträger Dan Kalousek dirigiert wird. (Die musikalische Einstudierung stammt von Karel Cón).

Es lässt sich somit behaupten, dass „Das Steinerne Gastmahl oder Der Ruchlose“ eine insgesamt erholsame Unterhaltung bietet, bei der sie aufrichtig lachen werden können.

Rückblick nach dem Festival...

Studentengericht 1. Dezember -1 zdroj Zpravodaj VČD Pardubice

ückblick nach dem Festival aus der Sicht des Preis- und Studentengerichts

Der diesjährige Jahrgang von Grand Festival des Lachens hatte das bisher ausgeglichenste Niveau. In der dramaturgischen Auswahl waren hochwertige und, was ihr Genre betrifft, unterschiedliche Inszenierungen versammelt, wodurch vor dem Gericht eine schwierige Aufgabe stand. Es wurde hier Schauspiel, Musical und auch Oper vertreten. Insbesondere schätzen wir die Anordnung von zwei gleichzeitigen Originaltexten. Reicher war auch das begleitende Programm außerhalb des Wettbewerbs (14 Ensembles) und dank der Teilnahme der Tschechischen Television an dem abschließenden Galaabend stieg auch das gesellschaftliche Prestige des Festivals.

Preisgericht

Bei dem Rückblick nach dem diesjährigen Jahrgang von Grand Festival des Lachens vermerkten wir erfreut die Buntheit von ausgewählten Titeln im Wettbewerb sowie den Titeln außerhalb des Wettbewerbs. Jede einzelne Vorstellung gab auf die imaginäre Festivalpalette einen anderen Ton des Lachens zu, das hier aus dem schwarzen Humor, da aus dem wie Schnee weißen Humor und ein andermal aus dem Humor zu erröten gemischt war. Wir waren erfreut, dass dieses Jahr auch Prag seine Farben vertreten konnte. Auf jeden Fall, keine der Farben stach erheblich die anderen, und so die für den Zuschauer angenehme Ausgewogenheit der Ebenen brachte die Schwierigkeiten an uns, Geschworenen, was wir auswählen sollen. In die engere Nomination geriet die Inszenierung “Ich lebe noch mit Kleiderständer, Mütze und Klatsche“ aus Zlín, die Choreographie von Martin Pacek in der Inszenierung „Sugar“, in der uns auch die Leistung von Milan Němec fesselte, dann Simona Stašová in „Dreimal Leben“ des Theaters ABC und abschließend die bei uns souverän siegende Inszenierung „Steingast oder Wüstling“ (Il convitato di pietra) des Stadttheaters Brno. Die Siegeinszenisierung fesselte uns vor allem dank der Regieauffassung, durch die das Spiel zu einem Theater im Theater erhöht ist, und auch dank der Kompaktheit der Inszenierung.

FESTIVAL DES LACHENS

Magdalena Nová 1. Dezember -1

Dem vierten Jahrgang des Festivals des Lachens hat es schon am Sonntag geläutet. Das Preisgericht und auch die Dramaturgin Jana Uherová sind sehr zufrieden - das Prager Theater ABC katapultierte das Festival in Pardubice in die Oberliga der Theaterschauen. In den Abschlusszweikampf gerieten die Siegerinszenierung Steingast oder Wüstling (Il convitato di pietra) des Stadttheaters Brno und die Komödie Dreimal Leben des Prager Theaters ABC. „Am Ende gewann das Stadttheater Brno mit seiner, was das Genre betrifft, durchaus brillanten Inszenierung. Der Regisseurin Hana Burešová gelang es, in einer einzigartigen Weise die alte Komödienoper mit ihrem beliebten Genre „commedia dell’arte“ zu verbinden“ erklärt Kříž und ergänzt, dass das Gericht noch dazu die Regieidee einschätzte, beide mit dem Motiv des Theaters im Theater zu verbinden. „Es war nicht möglich, die gut abgesehen Motive aus der Hinterbühne nicht zu schätzen“ erkennt Kříž an. Die Brünner Oper nahm auch die Studenten der Theaterwissenschaft ein, die im Studentengericht waren. „Der Brünner Wüstling war wie ein ganz eingespieltes Orchester. Alles funktionierte, ergänzte sich, nichts bog ab. Der Text des Spiels, der doch schon veraltert ist, wurde in den Händen von Hana Burešová lebendig.“ lobt das Brünner Theater der Mitglied des Preisgerichts Filip Jan Zvolský.

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