Don Juan

Don Juan

  • Genre Musical
  • Bühne Musikbűhne
  • Premiere17. Mai 2014
  • Vorstellungsdauer2:20 hod.
  • Anzahl der Wiederaufführungen19
  • Derniére3. Februar 2016

historisches Musical

Auf dem Konto der Autoren dieses neuen originellen tschechischen Musicals steht zum Beispiel schon der Titel Jack the Ripper, der im Prager Theater Kalich sowie in Soul in Südkorea aufgeführt wurde. Ihr neues Musical, das über dem spanischen freigeistigen Adeligen Don Juan erzählt, ist direkt für unser Theater geschrieben.

 

Die Geschichte, die wir aus vielen Literatur-, Film- sowie Musikversionen kennen, fordert mit ihrem romantisch-historischen Thema direkt auf, als Musical bearbeitet zu werden. Don Juan ist nämlich eine dramatische Gestalt, die alles beinhaltet, was wir von einem Held auf der Bühne erwarten – durch Liebe enttäuscht und gequält entscheidet er sich, sämtlicher weiterer Beziehungen und Gefühle zu entsagen; er spottet alle Frauen aus, missbraucht und erniedrigt sie bis zum Augenblick, wann ihm der Schicksal (oder Gott) eine Frau in den Weg stellt, wegen der er bereit ist, sich zu ändern. Dieselbe höhere Macht nimmt sie ihm wieder ab, und so stirb Juan mit der Hand einer anderen anmutigen Dame, verärgert auf sich selbst, auf alle, auf die ganze Welt.

Das originelle Musical erzählt die bekannte Geschichte im flinken Tempo und mit moderner Sprache, es gibt Raum für komische sowie dramatische Situationen in attraktiver Umgebung und bietet ausgezeichnete schauspielerische Gelegenheiten an. Wir werden es als Weltpremiere aufführen!

Regie

Regieassistent

Libretto

Dramaturg

Bühne

Musikeinstudierung

Korrepetition

Choreographie

  • Lucie Holánková

Choreographieassistent

Orchestrální aranžmá

Souboje

  • Petr Skalický

Songtexte

Sound Direction

Vokaleinstudierung

Autor projektu

sprachliche Zusammenarbeit

  • Irena Rozsypalová

DON JUAN IN EINER AUSSTATTUNGSSCHAU VERFÜHRT ALS OB ES UM DAS LEBEN GINGE

Kateřina Šebelová 27. Mai 2014 zdroj www.velkaepocha.sk

Das von vielen längst erwartete Musical Don Juan, der von vier Autoren aus Prag Patejdl, Hubač, Krečmar und Hrdinka geschrieben wurde, erblickte das Licht der Welt am 17. Mai 2014 auf der Musikbühne des Stadttheaters Brno. Die Weltprämiere dieses originellen tschechischen Musicals über den unverbesserlichen Verführer wird von Petr Gazdík in Szene gesetzt.

Das tschechische Autorenteam arbeitete auf diesem Ausstattungsmusical einige Jahre lang. Die Autoren von Don Juan in Brno haben schon das sehr erfolgreiche Musical Jack the Ripper gemeinsam geschrieben, das auf der Szene des Theaters Kalich schon seit 2007 aufgeführt wird und das auch in der Welt erfolgreich ist (Japan). Das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit in Brno ist eine Dose von Romantik, Humor, Rache, Hass und auch gewisser Dramatik, die doch mit der originellen literarischen Vorlage des spanischen Schriftstellers und Priesters Tirso de Molina sehr sanft arbeitet. Das Leitmotiv der Inszenierung selbst, also die Liebesgeschichten und das stürmische Leben des unbezähmbaren Sünders, bleibt völlig erhalten.

 

Ausstattungsszene mit allem Drum und Dran

Die Szene von Petr Hloušek setzt die Zuschauer ins 17. Jahrhundert, in Sevilla. Die Atmosphäre dieser Zeit ist in jedem Detail, in den Kulissen der Adelshäuser, in den Straßen von Sevilla oder im Kloster, in das sich Don Juan zurückzieht, zu spüren. Die Szene ist dynamisch, sie ändert sich oft und hält den Zuschauer in angenehmer Spannung. Ein anderer Bonus der Inszenierung sind geschmackvolle und der Zeit und Atmosphäre gut angepasste Kostüme von Eliška Ondráčková. Die Kostüme sind präzis durchgearbeitet und geben den einzelnen Gestalten den richtigen Pfiff. Die Choreographin Lucie Holánková serviert den Zuschauern eine Dose von frischen Tanznummern mit der Musikbegleitung des Orchesters unter der Leitung von Dan Kalousek. Den Fechtnummern fehlt Präzision und Aktion nicht, dabei verliehen sie der Handlung mehr Effektivität. Die Ausstattungsschau, die auf der Bühne läuft, kopiert den rasenden Rhythmus des stürmischen Lebens ihrer Hauptgestalt.

Die Musik von Vašo Patejdl stellt einen angenehmen und unaufdringlich markanten Bestandteil des Musicals dar. Sie ist Fondfarbe der einzelnen Szenen, arbeitet mit den Emotionen. In der Kombination mit dem live spielenden Orchester erfüllt sie ausgezeichnet ihre Aufgabe. Was die Texte betrifft, wirken sie manchmal krampfhaft bis lächelnd, was bei einem so erfahrenen Texter wie Krečmar überrascht.

 

Schauspielerische Besetzung enttäuschte nicht

Dušan Vitázek, der Don Juan darstellt, war eine Wette auf die Sicherheit. Es fehlen ihm der Scharm eines Verführers und die Zerfahrenheit der durch Schicksal verfolgten Hauptgestalt nicht. Seine Leidenschaft, Emotivität und Wildnis machen aus seinem Don Juan ein unvergessliches Ereignis. Jakub Uličník als Sganarel, also Juans Diener, ist völlig anders. Der Diener, der über seinen Herr unglücklich ist, den er aber gleichzeitig liebt, wirkt hier wie ein weißer Irre. Sganarel in der Darbietung von Jakub Uličník werden die Zuschauer bis zum letzten Moment genießen. An Uličník fehlt Scharfsinn oder komisch tragische Pose nicht. Diese tragikomischen Rollen passen dem Schauspieler seines Formats ganz ideal. Von den weiblichen Darstellerinnen ist vor allem Matušovová in der Rolle der unschuldigen Féliciana zu erwähnen. Was ihr Gesang und schauspielerische Kunst betrifft, ist es eine ausgezeichnete Leistung. Matušovová weiß sich ganz einfach aus den Rollen der verhärmten Frauen in die Rollen der selbstbewussten Verführerinnen zu situieren. Zum Tempo des Stücks trägt natürlich auch die Energie der fast immer eingespielten Company bei. Es war auch angenehm, Alena Antalová nach einer Pause wieder auf der Bühne zu sehen.

Don Juan, von vier Autoren aus Prag serviert, bietet eine effektvolle Ausstattungsschau voll von Romantik, ausgezeichneter, lebendiger Musik, ausgezeichneten Tanz- und Gesangnummern und farbigen Kostümen. Das Drama des Menschen, der alles genoss, was ihm das Leben bat, und dabei keine Angst vor dem Gott hatte, bietet doch auch einen anderen, zeitlosen Sichtwinkel. Es zeichnet den Prototyp des modernen Menschen, der sich im Leben ähnlich wie Juan verhält. Don Juan enttäuscht nicht, macht Spaß und wird zweifellos zu den Hits der aktuellen Musicalproduktion des Stadttheaters Brno gehören.

Kateřina Šebelová, www.velkaepocha.sk, 27. Mai 2014

Überraschung am Ende der Theatersaison – Don Juan in Brno

Vítězslav Sladký 21. Mai 2014 zdroj www.musical-opereta.cz

Die Dramaturgie des Stadttheaters Brno versucht ständig, außer den „Weltmusicals der Superlative“ einen neuen originellen Titel der tschechischen Autoren jede Theatersaison in den Spielplan einzuordnen. Ohne diese Inventionsstellung müssten die Zuschauer eine ganze Reihe von merkwürdigen Stücken auf der Musikbühne entbehren: zum Beispiel Ein Garten voller Wunder, Nana, Odyssee, Die Höhle, Markéta Lazarová, Singoalla, Muchas Epopöe oder Die wilde Bara. Dieses Jahr wurde diese dramaturgische Reihe um das Ausstattungsmusical Don Juan des Musikers Vašo Patejdl, Bühnenbuchautors Ivan Hubač, Texters Eduard Krečmar und des Produzenten Martin Hrdinka bereichert. Die Inszenierung, von der viele Zuschauer vielleicht nicht zu viel erwarteten, überraschte sehr angenehm und  wird wahrscheinlich zu einem Rommé diesjähriger Musicalsaison werden.

Man würde sagen – warum gerade Don Juan? Das Thema dieses bestraften Wüstlings wurde doch schon von so vielen Autoren bearbeitet, im Bereich des Musiktheaters sogar von Mozart selbst in seiner „Oper der Opern“  Don Giovanni. Das neues Musical kämpft mit den berühmten Vorlagen nicht, sondern bietet eine neue Ansicht des bekannten Themas an und erzählt diese populäre Geschichte mit anziehender, flinker und verständlicher Sprache, was der Verdienst vor allem der Dramaturgin Klára Latzková und des Regisseurs und Autors der Bearbeitung Peter Gazdík ist, die das ursprüngliche Libretto den Theaterbedingungen bedeutend anpassten. Dabei mussten sie die Handlung nicht auf eine Stadtperipherie, in ein Zigeunerghetto oder eine Fabrikhalle nicht verschieben, wie wir heute vielleicht mit Angst erwarten würden. Sie ließen sie in Sevilla des 17. Jahrhunderts und baten den Zuschauern genau das an, was sie von ähnlichen Produktionen erwarten: bekannte Geschichte, angenehme Lieder, schöne Ausstattung, genau ausgewogene Dose von Romantik und Drama, und vor allem eine große Prise Humor. Das alles natürlich in perfekter Ausführung.

Vašo Patejdl knüpft in Don Juan an seine erfolgreichen Musicals an, vor allem an Adam Šangala und Jack The Ripper. Letztendlich, das Zentrallied des neuen Stücks weist mit seinem Motiv an Jack  hin. Die einfallsreichen und gut merkbaren Kompositionen für ein großes Orchester wurden von Karel Cón und Martin Wiesner sehr geschickt arrangiert, die zusammen mit den Dirigenten Dan Kalousek und Jakub Žídek wieder bewiesen, wie wichtig die Musikkomponente für ein Musical ist und was für einen riesigen Unterschied zwischen live spielendem Orchester und einer Aufnahme besteht. Ihren Beitrag zum Erfolg der Vorstellung halte ich, neben der schon erwähnten dramatischen Bearbeitung, für durchaus grundsätzlich. Die wie gewöhnlich hochwertigen Texte wurden von Eduard Krečmar geschrieben – seine Verse klingen wohl, kämpfen erfolgreich mit naiven Ausdrücken, halten den Temporhythmus ein. Was mehr könnten wir uns wünschen! Die Regie von Petr Gazdík geht von der europäischen Musicaltradition im besten Sinne des Wortes aus – er gab der Inszenierung Ordnung, Spannung und Schmiss, vor allem der erste Akt ist eine ausgezeichnete Schau, die auch den vielmehr bekannteren Titeln konkurrieren kann. Ebenso Lucie Holánková füllte ihre Choreographien mit Tanz-Gefällige, sowie mit einer ganzen Reihe von originellen Bewegungselementen. Die einfallsreiche Szene des graphischen Designers Petr Hloušek verwandelt sich ständig und trägt zur Spannung auf der Bühne bei. Ähnlich gelungen sind auch die Kostüme von Eliška Ondráčková, die vor allem für die weiblichen Darstellerinnen der Hauptrollen ziemlich verschwenderisch prächtige Kleider entwarf.

Bei der Prämiere stellte sich in der Titelrolle Dušan Vitázek (von Petr Gazdík alterniert) dem Publikum vor, der mit jedem Nerv Verführer ist und der schon eine ganze Reihe von ähnlichen Charakteren auf der Bühne in Brno darstellte. Bei diesem charismatischen Schauspieler mit sicherem schauspielerischem Ausdruck und auch Gesangausdruck gewann ich doch in früheren Vorstellungen den Eindruck, dass sein Tschechisch schon besser ist. Die vielleicht dankbarste Gestalt für einen Schauspieler ist in diesem Musical die Gestalt des Dieners Sganarel, für den die Autoren eine Reihe von komischen Kreationen schrieben und dessen Charakter sie irgendwohin zwischen den ergebenen Sancho Panza, schlauen Truffaldino und berechnenden Barbier situierten. Jakub Uličník stellte diese Rolle ausgezeichnet dar, eindeutig handelte es sich um eine der besten Leistungen des Premierenabends. Sein Sganarel ist manchmal dumm, wie  es in Komödien gewöhnlich ist, manchmal philosophiert er, ein anders mal denkt er opportunistisch nach. Er singt, spielt und tanzt ausgezeichnet. Ebenso Viktória Matušovová, diese sinnliche rothaarige junge Frau und durchaus ideale Darstellerin von Féliciana, war der Star des Abends. Sie ist ein universales Talent, über das wir noch viel hören werden. Die anderen blieben in ihrem Schatten doch nicht: Ivana Vaňková (die von der Inquisition verfolgte Isabela und nachfolgend Nonne Elvíra), Jiří Mach (behexender Flavio), niedliche Marta Matějová (Petronila) oder schauspielerisch markante Alena Antalová (Clara). Die Rollen der Väter von Juan und Féliciana stellten Miloslav Čížek und Martin Havelka mit Noblesse dar. In der Rolle der bis komisch gierigen Luisa stellte sich mit einer merkwürdigen Kreation Barbora Remišová vor. Auch die Darsteller von größeren oder kleineren Rollen und die ganze Company verdienen gelobt zu sein – alles ging, wie es soll, in hinreißendem Musik- und Tanztempo.

Nicht lange davor, als ich die Premiere von Don Juan besuchte, beklagte ich mich in einer Theatergesellschaft, schon lange etwas Schönes im Theater nicht gesehen zu haben. Ein Stück, das mich nicht zwingen würde, drei Stunden lang über die Inszenierung nachzudenken, das von seinen Autoren nicht zeitlich oder örtlich verschieben wäre. Dabei ein professionelles und einfallsreiches Theaterstück. Don Juan in Brno erfüllte meine Vorstellungen über einen guten Musiktitel, in vielen Aspekten übertraf er sie sogar. Er bietet eine alternative auch für das mehr konservative Opernpublikum, das manchmal mit den momentan modernen Regieextravaganzen schon verekelt ist. Nicht archaische, sondern schöne Inszenierung, die die Seele erfreut. 

Don Juan aus Prag bekam in Brno ein Applaus im Stehen

Miroslav Homola 18. Mai 2014 zdroj www.novinky.cz

Begeisterte Huldigung und Applaus im Stehen. So wurde am Samstagabend die Weltpremiere der letzten Bearbeitung der Geschichte des legendären Verführers, Schwerenöters und vielleicht auch sexuellen Entarteten, der als Don Juan bekannt ist, beendet.

Der Erfolg dieser tragischen Geschichte der ungezähmten Sehnsucht und Sexualität war doch erwartet. Die Vorstellung entstand nämlich sieben Jahre lang, in der bewährten Werkstatt der Prager Musikautoren Ivan Hubač und Vašo Patejdl, der zwar Slowake ist, doch in Prag lebt und arbeitet. Der Text zu den Liedern schrieb der schon legendäre Eduard Krečmar und um die Produktion kümmerte sich der erfahrene Martin Hrdinka.

Und um genug Professionalität bei der Realisierung der Vorstellung zu garantieren, wurden für die Premiere und die nachfolgenden Wiederaufführung der Regisseur, das schauspielerische Team, Musikteam und auch technische Team des Stadttheaters Brno gewählt, das für die Schule der tschechischen modernen Musicals gehalten wird.

„Unseren Don Juan wollten wird gerade in Brno vorstellen. Die meisten heimischen Autoren möchten ihre Werke gerade im Stadttheater Brno zeigen, doch nicht alle stehen es laut zu. Es freute uns wirklich, dass wir uns mit dem hiesigen Direktor Stanislav Moša vereinbarten und mit dem Regisseur der Vorstellung Petr Gazdík gut verstanden“, sagte nach der Vorstellung Hrdinka für die Zeitung Novinky.

Den Autoren Patejdl und Hubač nach, bestand der größte Vorteil der Vorstellung in der  Ausgewogenheit von Handlung, Musik, Tanz und Gesang, was das größte Problem ist, das die Musicalautoren am meisten treffen.

„Es ist immer eine große Kunst, alle diese Bestandteile so zu verbinden, dass einer den anderen nicht stört oder übersteigt. Und meiner Meinung nach, gelang es hier gut“, sagte Hubač. Patejdl stand doch zu, dass alles nicht problemlos war.

Telefonabsprache

„Den Regisseur Petr Gazdík kannte zuerst nur von ferne, vor allem mittels seiner Arbeit. Unsere Zusammenarbeit besprachen wir zuerst nur telefonisch. In jener Zeit hatte Petr nämlich viele Arbeitsaufgaben und wir hatten keine Zeit, uns persönlich zu treffen. Bald fanden wir doch gemeinsame Sprache und es begann zu klappen. Ein großer Lob und Dank gehört auch dem hiesigen Theaterorchester. Einen solchen Körper können die anderen nur neiden. Ich hoffe, dass auch die Zuschauer, die die Vorstellung besuchen, unser Verständnis bemerken“, sagte Patejdel nach der Vorstellung.

Auch solche Musikanten wie z.B. Jožo Ráž, Bohuš Matuš und Richard Tesařík kamen nach der Vorstellung, um sich mit dem „Alten Krečmar“, wie der Nestor der tschechischen Texterszene genannt wird, mit den Gläsern anzustoßen. Zu den Gästen gehörten auch Modebildnerin Beata Rajská, Schauspieler und Regisseur Ondřej Kepka und viele andere. 

Erfolgreiche Weltpremiere im Stadttheater Brno

Jaroslav Štěpaník 17. Mai 2014 zdroj www.brnozurnal.cz

Die Gestalt von Don Juan, des Freidenkers, Frevlers, Romantikers und Zynikers, vor allem doch des Schürzenjägers, der zu einem Synonym des Brechers von Frauenherzen wurde, „fordert direkt auf, als Musical bearbeitet zu sein“, wie es im Schriftmaterial das Stadttheaters Brno steht. Diesem kann man ohne weiteres zustimmen. Gleich am Anfang kann man sagen, dass der Erfolg der Theaterführung, dem Ensemble und dem Autorenteam gemeinsam gehört, die dieser „ewigen“ Geschichte die Form eines gegenwärtigen Musicals verliehen. Und es ist gelungen! Die Weltpremieren finden auf den heimischen Theaterbühnen ziemlich viele statt, doch nur wenige von ihnen überschreiten die Grenzen der Republik oder nur des Orts, an dem sie entstanden. Don Juan wird die Festungswerke der Stadt Brno sicher überscheiten, und es ist wahrscheinlich, dass er noch weiter gelangen wird. Wenn er in Englisch wäre, hätte er sicher größere Chance. 

Ein gutes Musical, diese anschaulich einfache Muse, zu schreiben, ist nicht einfach. Es ist nötig, dass sich ein Autorenteam trifft, das sich versteht und weiß, die Musik mit dem dramatischen Text und Vers in ein einheitliches Ganze zu verbinden, so dass es die großen Zuschauermassen anspricht. Es ist nicht notwendig, das renommierte Team, das bei der Entstehung von Don Juan steht, vorzustellen. Autor der Musik: Vašo Patejdl, Liedertexte: Eduard Krečmar, Libretto: Ivan Hubač, Produzent: Martin Hrdinka.

Schon vom Anfang an, von den einleitenden Tanznummern an, fesselt das Stück mit seinem flinken Rhythmus. Die Musik ist empfindlich ausgewogen, sie resoniert mit der Handlung und mit dem Text. Und vor allem fehlen hier die Melodien nicht, die leicht merkbar sind und ohne die ein gutes Musical in der Regel nicht existieren kann. Die Liedertexte sind ausgezeichnet, viele von ihnen können aus dem Stück austreten und selbständig funktionieren.  

Das Libretto stellt einen ein bisschen anderen Don Juan vor. Es hält die Zeitkulissen ein, die Geschichte verlässt doch das traditionelle „sagenhafte Kolorit“, legt den Akzent auf die Psychologie des Haupthelden, die der Wahrnehmung des heutigen Zuschauers näher ist. Das verursacht eine ziemlich grundsätzliche, doch funktionelle Korrektion und Änderung der „gewöhnten“ Auffassung der Handlung. Die Promiskuität von Juan wird hier durch seine Liebesenttäuschung erklärt, die, wie der Zuschauer vermutet, nur fiktiv ist. Übrigens, spätere starke Gefühlentflammung bringt wieder eine Enttäuschung mit, doch wie fehlende Erfüllung der „Lebensliebe“ als Folge des tragischen Tods. Ob Juan seine „Schicksalsliebe“ geheiratet hätte und zusammen mit ihr und vielen Kindern bis zu Tod glücklich gelebt hätte, oder ob er eines Morgens festgestellt hätte, dass sie nicht jene Echte war, das kann der Zuschauer nur raten. Don Juan ist hier keine romantische Gestalt wie ehemaliges Idol – Fanfan in der Darbietung von G. Philip, doch gegenwärtiger sexueller Gehetzte, den der Bedarf treibt, das Gebiet zu erobern und Drang zu befriedigen. Die romantische Seite seines Charakters bleibt in der Perzeption der Frauen erhalten. Diese werden von der Fähigkeit von Juan bezaubert, ungeschminkt zu entflammen und mit aufrichtiger Beredsamkeit sie über die Kraft und Wahrheit seines Gefühls zu überzeugen, das doch morgen verschwindet. Die Frauen gehen durch seine Armen wie erotische Figuren. Die Handlung des Musicals ist verständlich, einfach und ohne unnötige Abzweigungen präsentiert. Die Musik ist dynamisch, verwendet dramatische Abkürzung und zusammen mit dem Text gelangt sie ohne unnötige Verzögerung zum dramatischen Gipfel. Ich weiß nicht, ob die Autoren im Text strichen oder seine Teile aussonderten, die Dichte des Stücks zeugt doch darüber, dass sie die Verführung abwehrten, alles Geschriebene anzuwenden, auch wenn es wirklich gut war, doch den Ablauf des Stücks verlangsamte. Das Ergebnis ist eine angemessene Länge und der Zuschauer wird bei der Vorstellung nicht ungeduldig.

Natürlich, kein Musical kann ohne ausgezeichnetes Ensemble leben, und gerade solches hat das Stadttheater Brno.

Bei der Vorpremierenvorstellung (am 16.7.2014) war das Publikum ein bisschen schamhaft, sie klatschte nur sporadisch und zögerlich. Am Ende applaudierte es schon spontan und im Stehen. Don Juan gefiel den ersten Zuschauern sehr.

Den Hauptprotagonist stellte Petr Gazdík dar, der verdient, zweimal gelobt zu sein: nicht nur wegen gut beherrschter Rolle, doch auch wegen erfolgreicher Regie. Tomáš Sagher bewältigte ausgezeichnet seine traditionell komplementäre Rolle des Dieners, der die Handlung sowie  die widersprüchliche Gestalt seines Herrn mit Humor ausgleicht. Von den männlichen Gestalten würde ich den traditionell ausgezeichneten Ladislav Kolář hervorheben (das Lied über die Söhne in seiner Darbietung weiß den Zuschauer anzusprechen und er wird sie einfach im Gedächtnis behalten). Die Frauen hatten in diesem Musical über Don Juan, durch dessen Armen sie nur schnell gingen, weniger Gelegenheiten.  Am meisten Svetlana Janotová in der Rolle, oder eher Doppelrolle der „Schicksalsfrau“ (auch wenn vielleicht scheinbarer Schicksalsfrau). Sie stellte sie brillant dar, die Anerkennung für gute Leistung gehört doch allen nicht genannten Schauspielern, dem ganzen Ensemble, einschließlich der Musik und allen, die an der Vorbereitung teilnahmen. 

Nach den Wörtern des Musikautors V. Patejdl wurde das Musical Don Juan in mehreren Theater angeboten. Die Zusammenarbeit mit dem Stadttheater Brno entstand unter anderem dank dem hiesigen ausgezeichneten Ensemble und auch dank der Tatsache, dass die Musicalszene in Brno wie die einzige die Vorstellung mit live gespielter Musik garantierte. Die Zusammenarbeit des Autoren- und Realisierungsteam hat geklappt. Don Juan (Weltpremiere am 17. Mai in Brno) hat die Chance, nicht nur hier und im Rahmen der Republik erfolgreich zu sein. 

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