LIMONADEN-JOE

LIMONADEN-JOE

  • Genre Musical
  • Bühne Musikbűhne
  • Premiere22. Oktober 2016
  • Vorstellungsdauer2:30 hod.
  • Anzahl der Wiederaufführungen36
  • Derniére17. November 2016

oder Eine Pferdeoper

„Whisky ist nach meinem Gusto, ohne Whisky ist mir leer im Herz…“ und viele weitere, bereits Gemeingut gewordene Melodien und Texte sind bis heute aus der Welt der tschechischen Musikkomödie nicht wegzudenken. Der Journalist, Schriftsteller, Zeichner, Drehbuchautor und Filmregisseur Jiří Brdečka schrieb in den Jahren 1939 – 1940 für die Zeitschrift Ahoj na neděli eine Serie von Erzählungen, bei denen er seiner Begeisterung für den Wilden Westen freien Lauf ließ. Damals entstand auch die Figur des Limonaden-Joe – eines idealen Westernhelden, der statt Whisky Limonade trinkt und streng auf die Einhaltung der Sitten achtet. Im März 1944 erschien der sympathische und ehrenhafte Revolverheld bereits als Titelfigur eines neuen Theaterstücks auf der Bühne der Theaters Větrník. Unsterblich jedoch wurde seine Suche nach einem Kakaofleck von der Größe eines mexikanischen Dollars erst dank der Filmversion des Regisseurs Oldřich Lipský aus dem Jahr 1964. 

Diese unvergessliche Westernparodie mit Karel Fiala als dem blonden Titelhelden und Miloš Kopecký in der Rolle des größten Bösewichts, der nicht einmal davor zurückschreckt, sich an unschuldigen Mädchen zu vergehen, spielt im Jahr 1885 in einem Städtchen in Arizona, wo sich alle im Saloon einfinden, um der Sängerin Tornado Lou zu lauschen. Nachdem den Film allein im Kino viereinhalb Millionen Zuschauer sahen, erscheint er immer wieder im Fernsehen, ebenso aber auch auf Theaterbühnen. Die im Film von Karel Gott oder Yvetta Simonová gesungenen Songs werden diesmal live von unseren herausragendsten Schauspielern angestimmt. Die musikalische Westenparodie Limonaden-Joe Joe hat längst ihren Weg in die Hall of Fame der tschechischen Komödie gefunden. 

Autor

  • Jiří Brdečka
  • Jan Rychlík
  • Vlastimil Hála

Regie

Regieassistent

Dramaturg

Bühne

Musikeinstudierung

Choreographie

  • Lucie Holánková

Choreographieassistent

Projektion

  • Dalibor Černák a Petr Hloušek

Sound Direction

  • Milan Vorlíček

Poster

  • Jef Kratochvil, Tino Kratochvil, Petr Hloušek

Zbrojíř

  • Josef Jurásek

Technologická spolupráce

  • Lubomír Spáčil

Sound supervision

  • Petr Gazdík

Produktion

  • Zdeněk Helbich

Musikszusammenarbeit

  • Tomáš Zedek

Licht

  • David Kachlíř

SCHURKEN, HELDEN, PHILOSOPHEN UND DIE ANDEREN

Josef Herman 15. November 2016 zdroj Divadelní noviny

(…) Für die Bühnentechnik und das Ensemble des Stadttheaters Brno gibt es heute vielleicht keine unlösbare Aufgabe und dank diesem konnte Gazdík eine prächtige, bis zum letzten Kostümdetail perfekt vorbereitete Schau voll von Gags in die Szene setzen. Eine niedliche Form verlieh seinem Titelhelden Lukáš Janota, der die Gestalt genau auf der Grenze der Übertreibung darstellt. Doch auch die Charaktere und das Verhalten anderer Gestalten sind ausführlich durchgearbeitet, widrigenfalls könnten wir nur über die Verzerrungen lachen – wie es häufig geschieht! Ausgezeichnet, weil völlig anders als Květa Fialová im Film stellt Ivana Vaňková ihre Gestalt von Tornado Lou dar. Viktor Skála schuf den vollkommen schurkischen Horác und es ist noch Martin Havelka in der Rolle des poltrigen, dummen Rancher Honesty zu nennen. Das hiesige Orchester spielt toll und der Dirigent Dan Kalousek laviert gut durch die stilgemäße Musikmischung. (…)

 

LIMONADEN-JOE BESUCHTE DAS STADTTHEATER BRNO

Iva Bryndová 31. Oktober 2016 zdroj www.musical.cz

(…) Limonaden-Joe stellte sich in der Regie von Petr Gazdík vor, der auch Autor der Musicalbearbeitung ist. (…) Vor den Zuschauern des Stadttheaters Brno läuft so eine andere Story ab, welche als eine große Musicalrevue inszeniert ist. Gegenüber der Filmversion sind hier mehrere Lieder, was doch immer bleibt, ist die spielerische Parodie der klassischen Westerns und auch anderer Musicalvorstellungen. (…) Es ist eine reine Freude, die Inszenierung zu sehen; die Geschichte läuft reibungslos ab, es sind hier keine Stillstände oder leere Stellen zu finden, die einzelnen Witze resonieren hervorragend. (…) Limonaden-Joe in der Darstellung von Lukáš Janota ist moralisch absolut einwandfrei, positiver Held mit jedem Nerv, so perfekt, dass er eigentlich vernagelt ist; und die Perfektion vermischt sich hier mit der Vernagelung und einer gewissen Unbeholfenheit in einen so ausgezeichneten Cocktail, wie es nur überhaupt möglich ist. In der Rolle von Winnifred sekundiert ihm die tolle Ivana Odehnalová. Auch ihre „reine Rose aus Arizona“ ist eine durchaus positive Gestalt. Im Unterschied zu anderen Bearbeitungen handelt es sich doch um kein naives, oder sogar dummes Mädchen; die gegenwärtige Winnifred in Brünn ist etwas energischer und weiblicher als viele anderen. (…) Gerade sie und Horác in der Darstellung von Viktor Skála waren bei der Premiere die markantesten Personen auf der Bühne. Viktor Skála ist im Unterschied zu einigen seinen Kollegen nicht so guter Sänger, doch die Gestalt von Horác fordert keinen perfekten Gesang. Sie fordert perfekte schauspielerische Kunst. Sie ist markant und in der Regie von Petr Gazdík sind hier einige Szenen hervorgehoben, die zu den witzigsten Momenten des Abends gehören sollen. (…)

 

SITTLICH ANSTANDLOSER HELD LIMONADEN-JOE

Pavla Haluzová 27. Oktober 2016 zdroj www.eurozpravy.cz

(…) In die Titelrolle wurde Kristian Pekar gut besetzt; seinem Typ passt die Rolle des einfältigen, feschen Kerls ausgezeichnet. Die Überraschung des Abends war doch Sára Milfajtová als die wunderschöne Winifred. Die anmutige Milfajtová verlieh der Gestalt des naiven Mädchens größere Tiefe und dank der schauspielerischen Leistung dieser jungen Schauspielerin war Winnifred nicht so naiv und einfältig wie wir sie aus der Darstellung von Olga Schoberová kennen. Darüber hinaus begeisterte Milfajtová mit angenehmem Gesang. Richtig besetzt ist auch Ivana Vaňková als „Mönch aus Arizona“ Tornado Lou, welche die Zuschauer vor allem in den Szenen mit der Company unterhält. Sie weiß doch auch allein auf der Bühne zu sein, z.B. bei dem Lied Meine feuchte Lippen. Der teuflische Horác in der Darstellung von Viktor Skála ist für die negative Gestalt vielleicht zu großer Elegant, trotzdem überzeugte er. Sehr effektvoll ist z.B. sein Auftritt mit dem Lied Gestern erzählte mir der Doktor über sie, von Tänzerinnen und durchgedachtem Schattenspiel hinter der hinteren Wand der Szene begleitet. (…)

 

PFERDEOPER IN BRÜNN

Peter Stoličný 24. Oktober 2016 zdroj www.i-divadlo.cz

 (…) Hat sich jemand gefreut, genaue Transkription des Films Limonaden-Joe zu sehen, konnte auch enttäuscht sein. Weil die Konzeption dieser Inszenierung den Rahmen des berühmten Films weit überschritt. (..) Natürlich, es sind hier alle berühmten Lieder und Repliken aus dem Film zu hören, es wurde doch sehr viel zugegeben. Vor allem die Lieder, die niemand zusätzlich schreiben musste. (…) Und es sind die Lieder, die wunderschön, doch dem gegenwärtigen Zuschauer unbekannt sind. Wer weiß, warum sie in der Filmversion fehlten. (…). Der Regisseur Petr Gazdík zusammen mit Petr Hloušek, welcher das funktionelle Bühnenbild entwarf und Animationen vorbereitete, nutzten die „Gucker-Bühne“ mit Anblick eines großen Salons völlig aus; dieser Salon konnte sich dank der Projektionstechnik und mehreren transparenten Flächen in wüste Prärie oder Friedhof verändern. Die Vorbereitschaft der Schauspieler, einschließlich der tanzenden und singenden Company, wurde in völlig professionellen Leistungen verzinst. Sehr viel trägt dazu auch die Choreografie von Lucie Holánková bei. Es ist nicht einfach, Hauptgestalten darzustellen, wenn sich die Zuschauer an den bösen Geist Horác in der Darstellung von Miloš Kopecký noch immer erinnern. Bei der Premiere konnten wir den erfahrenen Viktor Skála, einen der bedeutendsten Protagonisten des Theaters sehen. Er ahmte das berühmte Vorbild nicht nach. Er spielte auf seine eigene Weise, trotzdem war er richtig böse wie in einem Western. (…) Seine Gefangene war die zerbrechliche Winnifred in der Darstellung von Ivana Odehnalová. (…) Auch hier war sie zerbrechlich, verletzbar, schauspielerisch mehr reif als Ola Schoberová im Film, die zwar schön, doch ein bisschen wie eine Marionette war. Dough in der Darstellung von Lukáš Vlček oder der sorgsame Vater Honesty, von Martin Havelka dargestellt, waren vollblütige Gestalten, die mindestens so gut gespielt wurden wie im berühmten Film. Auch die Darstellerin von Tornado Lou weicht dem Vergleich nicht aus. Das Theater zeigt auch hier, dass es keine Nachahmungen nötig sind um eine Gestalt anwesend zu machen. Anstelle der ausgezeichneten Květa Fialová im Film wurde hier Tornado Lou von Ivana Vaňková, einer der besten Schauspielerinnen des Theaters dargestellt. Energisch, verlottert und gefühlsabhängig. Wunderschön gezeichnete Gestalt. (…) Schließlich: die Titelgestalt. Limonaden-Joe (…) in der Darstellung von Lukáš Janota bekam, ganz sicher auch dank der Regie von Peter Gazdík, noch eine Dimension. Bewegungsgroteske, wann seine souveräne Größe eines nichtalkoholischen Scharfschützen durch Stolper, ungeschickte Bewegung „gelähmt ist“; dadurch bekommen seine Auftritte eine gewisse Chaplin-Dimension. Belächelte Größe. Das ist doch immer ein ideales Instrument, um das Zwerchfell der Zuschauer zu kitzeln. Der Regisseur wusste dieses einzigartige Instrument in vielen Situationen und bei mehreren Gestalten auszunutzen. (…)

 

 

PISTOLENHELD, DER IN BRÜNN AUF ALLE GENERATIONEN ZIELT

Luboš Mareček 24. Oktober 2016 zdroj www.mestohudby.cz

Die Musikkomödie Limonaden-Joe wurde vom Stadttheater Brno auf seiner Musicalbühne vorbereitet. So kam am Wochenende auf die hiesige große Bühne ein der beliebtesten Helden der Nachkriegszeit zurück, welcher die tschechischen Bühnen schon seit 1944 besucht. Die Konturen der Unsterblichkeit verlieh ihm 1964 der geniale Film; die Zuschauer sollten doch jetzt keine seine Replik erwarten. Einerseits enthält die Theaterbearbeitung viel mehr Lieder, anderseits unterscheidet sich das Textbuch in einigen Momenten und in der finalen Lösung von der ganz außerordentlichen Filmversion. In der neuen Inszenierung des Regisseurs Petr Gazdík wurde das bekannte Stück in eine ungestüme Musical-Ausstattungsschau bearbeitet, die sich zum bekannten Film nicht bekennt. Im Gegenteil, das neue Stück versucht, sich mittels des originellen Humors und seiner Verwendungsweise eine Bahn zu einer eigenen und legitimen Inszenierungsversion zu brechen, natürlich durch alle schon volkstümlich gewordenen Repliken. Das Ziel der finalen Form besteht darin, nicht nur die Zeitgenossenen, für die der Westmann-Abstinent eine unberührbare Legende ist, sondern auch jüngere Generation oder die hiesigen Musicalzuschauer anzusprechen. Und Gazdík machte es auf seine eigene Weise. Für jene jüngere mischte er in die Inszenierung z.B. eine choreographisch sehr gelungene Zitation des durch Jackson bekannt gewordenen Mondgangs, und zwar einschließlich des Anklangs des Liedes dieses Pop-Königs, oder eine Nummer im gegenwärtigen Tanzstil. (...) Lassen sie sich doch nicht tauschen. Es handelt sich um keine bildstürmende Stellung, welche die von den Tschechen schon seit siebzig Jahren geliebte Vorlage grundsätzlich neu interpretiert. (…) Die Zuschauer erleben viel Koltschießen, Western-Kleidung und Atmosphäre des Wilden Westens. Doch das alles geschieht hier mit anerkannter Theaterübertreibung. (...) Gazdík führt sein Ensemble ganz absichtlich zu der etwas vereinfachten und übertriebenen Schauspielkunst, sogar Operetten-Schauspielkunst einiger monumentaler Musicalproduktionen. Limonaden-Joe in der Darstellung von Lukáš Janota ist eine positive Gestalt in allen ihren Aspekten. Der Protagonist kommentiert seinen Helden in keinem komischen Abstand; er ist einfach der gute Kerl mit Aversion gegen Spirituosen. Die Unschuld von Winnifred ist hier in der Darstellung von Ivana Odehnalová völlig schneeweiß, es handelt sich doch um keine banal dargestellte, unverdorbene Blondine, welche die Augen infantil rollt. Die Tücke von Horác mit gewachstem Schnurrbart, wie er von Viktor Skála dargestellt wird, ist hier auch multipliziert und durch vorschriftgemäße Listigkeit eines bösen Geistes wie aus Filmgrotesken hervorgehoben. (…). Alle spielen mit Verve und ohne übertriebene schauspielerische Stilisierung, doch mit Farbendruckcharakter der Helden eines Pulp-Magazins. Es ist zu sagen, dass es zusammen funktioniert. Die zugeschriebenen Musik- oder Theaterwitze von Gazdík zerbröckeln die Inszenierung nicht, wirken nicht störend, im Gegenteil sie verbinden sie organisch. Es ist vor allem dadurch verursacht, dass der Regisseur den Maß der erwähnen witzigen Intermezzos richtig abzuschätzen wusste. (…)

 

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