Das Zigeunerlager zieht in den Himmel

Das Zigeunerlager zieht in den Himmel

  • Genre Singspiel
  • Bühne Musikbűhne
  • Premiere25. November 2006
  • Vorstellungsdauer2:40 hod.
  • Anzahl der Wiederaufführungen71
  • Derniére26. Januar 2015

Musical

Dramatische Musikballade über ewige Menschensehnsucht, leidenschaftliche Liebe, über Freiheit und Menschenstolz. Am Anfang dieses außerordentlichen Musicals ist der Film des Regisseurs und Szenaristen Emil Lotjanu aus dem Jahre 1976 mit den hinreißenden Melodien des Komponisten Jevgenij Doga zu finden. In unserer zivilisierter Welt, in der die Vernunft die Gefühle gewöhnlich überwindet, scheint die tragische, von Stolz und Hochmut volle Liebesgeschichte des Zigeunerpferddiebes Lujko Zobara und der schönen Rada unsinnig und unbegreiflich zu sein. Trotzdem alle, die diese Inszenierung jemals gesehen haben, nehmen unterbewußt wahr, dass es nur so richtig ist, dass der Mensch, der die Freiheit ersehnt, an der ersten Stelle seinem Gefühl erliegen und nicht nach Gewinn und Vorteile fragen muss. Liebe und nichts mehr... Ehre und nichts mehr... kennen wir es noch? Und alles in der bezaubernden Umgebung des Zigeuneretnikums. In der Inszenierung, welche von hinreißenden Zigeunerliedern, wilder Energie von Tänzen voll ist, sowie in einem besonderen poetischen Stil der Erzählung.

Autor

  • Jevgenij Doga
  • Emil Loteanu

Regie

  • Petr Kracik

Regieassistent

  • Blažena Hončarivová
  • Stano Slovák

Dramaturg

Musikeinstudierung

Chorleiter

  • Jana Hrušková

Choreographie

Choreographieassistent

Theaterbearbeitung

  • Jindřich Janda
  • Milivoj Uzelac

Kapelle auf der Bühne und Aufnahme

  • Dalibor Štrunc

Makar Čudra

Izergyl

Němčo Nur

Otec Zobar

Poručík Bilrot

Schwob

Propertium

Starosta

Velebníček

Strážník

Prodavačka 1

Prodavačka 3

Prodavač

Prodavač 2

Cikán na trhu

Společnost u Bálinta

Společnost u Bálinta a Prodavačka na trhu

Společnost u Bálinta a Prodavač na trhu

Kočí

Freiheit von Sobar und Rada - die aus dem Stolz geborene Einsamkeit

Jiří P. Kříž 28. Dezember 2006 zdroj Právo

Kracik mit Kloubek brachten das Musical Das Zigeunerlager zieht in den Himmel im Stadttheater Brno zur Vollkommenheit

Was im Untertitel angeführt ist, ist nur halb wahr. Bearbeitung, Regie (Kracik) und Choreographie (Kloubek) würden in der Tatsache nicht reichen, wenn hier die Kostüme von Andrea Kučerová, die Szene von Jaroslav Milfajt, die Einstudierung der Zigeunerlieder von der Chorleiterin Jana Hrušková, und hauptsächlich das achtundfünfzigköpfige Chor, von schauspielerischen Solisten bis zum letzten Mitglied der Company, fehlen würden. Das ausgezeichnete Orchester des Stadttheaters, von Karel Cón geleitet, rechne ich nicht ein. Imposant ist schon die Ankunft der Zuschauer in die Musikszene des Stadttheaters Brno. Im Saal tauchen sie selbst in den Nebel auf der galizischen und auch bukowischen Seite der Karpaten, mit kleinen Moorseen, welche sich in Flüsse und ihre Quellen verwandeln. An den Seiten der Bühne ist das Gerümpel der Zigeunerlager zu sehen; diese verwandeln sich einfach in Pferdausläufe, Stadtmärkte und auch Richtplätze, Kaserne oder Landsalon von Balint; das alles mit geahnten Aufsichten in Almen...

Mit dem Wagen bleiben sie stehen

Es pfeift doch schon in die Stille das Einleitungsmotiv des Zigeunerlagers auf seinem Weg in den Himmel. Den Zeitgenossen imponierte es schon im Jahre 1977 im einmaligen Film von Emil Lotenau und Jevegnij Doga. Aus dem Nebel der Geschichte treten der Lager der galizischen Zigeuner von Nemtscho Nura und auch der Lager von Lujko Sobar mit dem Lied Romano drom (Heimreise): Jaj, bare verdaneha na dotraden... Oj, mit großem Wagen bleiben sie stehen... aus dem Hintergrund an das Licht.

Soll ich die Geschichte des größten Pferdediebes Sobar und der Zigeunerdrude Rada erinnern, deren Seelen so frei und unbezähmbar sind, dass sie niemandem anderen gehören können, als sich aneinander, aber nur im Augenblick des Todes? Ihre erregbare Reizbarkeit beschrieb der alte Zigeuner Makar Tschudra in seiner Erzählung im literarischen Erstlingswerk von Maxim Gorki (1892).

Es ist charakteristisch, dass in der Theaterbearbeitung des Drehbuchs durch Jindřich Janda und Milivoj Uzelac bekam Tschudra mehr Raum als im Lotenaus Film. In dieser Rolle kommt für eine Weile in sein "Geburtstheater" Ladislav Lakomý zurück, der seinen fünfundsiebzigsten Geburtstag begeht.

Kraciks Version des Zigeunerlagers gehört zu den Inszenierungen, die ihrem Filmvorbild treu geblieben sind. Sie übertrifft es doch mit ihrer szenischen Monumentalität, mit der Erweiterung um weitere Lieder für präzise Solos von Dušan Vitázek (Aralambi) oder Jan Apolenář (Butscha).

Aus dem Mondstaub

Es ist wichtig, die Darsteller für zigeunerischen Romeo und Julia oder Tony und Maria (die West Side Story wird von den Inszenatoren im Klang und Choreografie des letzten gespielten Bildes angedeutet) zu haben. In Brno haben sie sich schon traditionell den Luxus mit drei Alternierungen erlaubt. Sobar wird von Martin Havelka, Petr Štěpán, Stanislav Slovák und Rada von Ivana Vaňková, Soňa Jányová a Jitka Čvančarová gespielt.

Bei der Uraufführung zeigte seine ausgezeichnete Schauspiel- sowie Sängerkondition Martin Havelka. Tüchtiger, wilder, unbezwingbarer und unwiderstehlicher Sobar steht seiner Seele sowie seinem Naturel seltsamerweise nah. Rada von Vaňková ist eine ätherische, zerbrechliche, schöne Drude. Sie erinnert an eine aus dem Mondstaub geborene Fee, nicht an ein Mädchen aus Fleisch und Blut. Ihre Stolz und Kleben an Freiheit erkauft sie, wie auch Sobar, mit Tod.

Ich hatte keine Möglichkeit, andere Protagonisten zu sehen, aber ich werde sie sicher sehen. Schon deswegen, dass ich die Filmversion des Zigeunerlagers bisher achtmal gesehen habe (nur das Märchen Die stolze Prinzessin und das Film Spiel mir das Lied vom Tod habe ich mehrmals gesehen).

Ich habe keinen Rock, kein Kleid

Ungeduldig habe ich auf den bekanntesten Song der Zigeuner gewartet. Im Film wird er von der dreizehnjährigen Alena Buzyleva gesungen! Es schien schon, dass sie ihn nicht eingeordnet hatten!

Erst vor den tragischen Abschluss haben sie ihn eingeschoben, nicht in den ersten Sobars Besuch des galizischen Lagers. Nane cocha, nane gad (Ich habe keinen Rock, kein Kleid) setzt Evelína Jirková (Zobars Schwester Rusaline) ein. Sie kennen sicher das Gefühl des leichten Fröstelns auf Rücken...

Oh, zu wenig Platz für Komplimente. So mindestens flüchtigen Dank an Oldřich Smysl (Bubulja), Pavla Ptáčková (Julischka), Igor Ondříček (Sziladi), Zdeněk Černín (Leutnant Bilrot), Jiří Horký (Danilo), Eva Jelínková (Izergil, eine andere Gestalt von Gorki), Josef Jurásek (Balint), Michal Nevěčný (Schwob), Robert Jícha (Ischtvan)...

Das in den Himmel ziehende Zigeunerlager erreichte Brno die Sterne. Das Stadttheater ist heute eine uneinnehmbare Musicalfestung. Bombe des Herbsts. Golem im Prager Theater Hybernia ist daneben nur eine kunstlose Faselei, was Form und Schauspielkunst betrifft...

Dagegen das Zigeunerlager stellt einen Gipfel dar, der wohl nur schwierig zu übertreffen ist.

Das Zigeunerlager zielt sehr hoch

Jan Šmikmátor 12. Dezember 2006 zdroj Rovnost

Es scheint, dass das Stadttheater Brno endlich den Weg zu einem anspruchvolleren Zuschauer fand, der den Fernsehestraden satt ist und gleichzeitig sich nicht langweilen will. Am Ende des vorigen Monats bat es ihm die Inszenierung des berühmten Filmmusicals Das Zigeunerlager zieht in den Himmel an. Die Geschichte der unglücklichen Liebe des Pferdediebes Lujko Sobar und der Drude Rada läuft auf der Musikszene in der Regie des gastierenden Regisseurs Petr Kracik mit allen Attributen der „großen Leinwand“ ab. Sogar so großer, dass es auf ihr kein Platz für das Orchester blieb und dieses muss aus der Aufnahme spielen. Aber auf der Bühne unterstreicht die Atmosphäre die live spielende Zimbelmusik. Die Überraschung ist hier ohne Zweifel eine von den Darstellerinnen von Rada, Soňa Jányová, bisher die Reihenmitgliederin des Ensembles. Ihre Rada ist mystisch, fatalistisch, hinreißend. Eine weitere Leistung mit fünf Sternen gab Ján Jackuliak als Aralambi auf. Stürmischer Zuschauerwiderhall gehört auch der Karikatur des prahlerischen Butcha in der Darbietung von Alan Novotný. Dieser scheint doch ab und zu, sich die Gesten und den Ausdruck aus dem vorigen Titel des Theaters – Goldonis Viel Lärm in Chiozza – ausliehen zu haben. Der Anschein der Authentizität war wahrscheinlich das Hauptziel der Inszenatoren – auf den Zuschauer atmet er buchstäblich auf Schritt und Tritt. Ob mit dem ewigen duftigen Tabakqualmen, prächtigen Kostümen von Andrea Kučerová oder mit choreographischer Bearbeitung von Vladimír Kloubek. Verdikt: eindeutiger Erfolg.

Bisher ist keine Petition eingegangen

(jaz) 27. November 2006 zdroj MF Dnes

Das Stadttheater stellte das neu einstudierte Ausstattungsmusical Das Zigeunerlager zieht in den Himmel vor

Mit Temperament, Leidenschaft und Stolz spielten und sangen am Samstagabend die Mitglieder des Ensembles des Stadttheaters Brno. Auf der Musikszene führten sie die Uraufführung des Ausstattungsmusicals Das Zigeunerlager zieht in den Himmel auf.

Die balladenhafte Geschichte, die schon am Ende der siebziger Jahre mit seiner Filmversion Erfolg ernte, enttäuschte die Zuschauer nicht einmal auf der Bühne. Beide Wochenenduraufführungen waren ausverkauft. "Alle Noten sowie Texte habe ich gesagt, die Vorstellung habe ich ohne Unfall überlebt. Bisher wurde keine Petition von den Zigeunern zugestellt, dass es in der Vorstellung irgendwelche Mängel gibt, so würde ich sagen, dass das Brünner Zigeunerlager in den Himmel in Ordnung gezogen ist", führte Martin Havelka, Darsteller der Hauptrolle des Zigeunerpferdediebes Lujko Sobar an. Wegen seiner Rolle lies sich Havelka einen Schubart wachsen.

In der Regie von Pert Kracik erschienen diesmal auf der Bühne beinahe achtzig Schauspieler. Die südmährischen Schauspieler wichen die tschechischen Texte von Pavel Vrba aus - die fünfköpfige Zimbelmusik mit einem zigeunerischen Geiger spielte zu den zigeunerischen Texten. Es war hier Gitarre, Mandoline und Kontrabass zu hören. "Bei den Uraufführungen sitze ich nicht im Zuschauerraum, ich suche mit dem Geist woanders zu sein, weil ich sowieso nichts beeinflussen kann. Aber ich mache auch Ausnahmen. Bei der Brünner Uraufführung war ich doch in der Hinterbühne", führte der Regisseur an, den zur Danksagung Martin Havelka in den Armen brachte.

Das Zigeunerlager zieht in Brno in den Himmel

Peter Stoličný 1. Dezember -1 zdroj www.divadlo.sk

Seit dem November 2001, wann wir auf der Neuen Szene Bratislava die Inszenierung des Musicals Das Zigeunerlager zieht in den Himmel sehen konnten, vergingen schon ein Paar Jahre und wir können mit Abstand rekapitulieren. Wir können die einfallsreiche Raumchoreographie von Ján Ďurovčík mit der hoheitlichen Theaterchoreographie von Vladimír Kloubek in der Brünner Inszenierung vergleichen. Wir können das Libretto von Jindřich Janda mit seiner Übersetzung vergleichen, die für die Einstudierung in Bratislava der Dichter Kamil Peteraj vorbereitete, und ebenso können wir die Regie in Bratislava mit den Regiebearbeitungen von Petr Kracik in Brno vergleichen. Beide Inszenierungen entfernten sich ein bisschen dem ursprünglichen Drehbuch von Emil Lotenau. In der in Bratislava war die Geschichte der Filmversion ein bisschen näher, was die Bewunderer des Werks aus Mosfilm sicher mit Befriedigung annahmen. Die Brünner Version ist dann mehr dramatisch, doch mit dem ein bisschen verlegenen Abschluss. Der Pferdedieb Sobar sagt zuerst den Zigeunern: „Ich habe mich entschieden, meine Brüder. Wie es mir Rada befohlen hat, werde ich mich zu ihren Beinen verbeugen und ich werde ihre rechte Hand küssen...“ Plötzlich ändert er seine Ansicht, es gewinnt die Freiheit in ihm und er selbst befehlt seiner Geliebten: „Hand! Gib mit deine Hand!“ Rada geht auf die submisive Beziehung nicht ein, sie will, dass er macht, was sie vereinbarten, dass er in Verbeugung ihre Hand küsst. Und Sobar – er stecht sie mit dem Messer, damit er nachfolgend vom Vater Danilo gestochen wird. Das Drama gipfelt mit toten Geliebten in Umarmung.

Ich glaube, wenn ich mich gut erinnere, dass im Film sowie in der Inszenierung in Bratislava vor den Tod der Geliebten ein sinnlicher Tanz eingeordnet wurde, in dem die Hartnäckigkeit der schönen Rada deutlich dominiert, die Sobar zu einem verzweifelten Tat bringt – Ermordung. Das hat mir in dem in den Himmel ziehenden Zigeunerlager in Brno gefehlt. Das ist doch die erste und letzte kritische Bemerkung. Wenn wir die Inszenierungen in Brno und Bratislava vergleichen würden, könnten wir sagen, dass trotz dem riesigen Einsatz der Protagonisten der Neuen Szene das Brünner Musical mehr konsistent war. Mehr dramatisch. Auch wenn wir in Bratislava ausgereifte Persönlichkeiten, die Schauspieler, die ich wirklich schätze (Gogál, Paveleková, Hasprová, Rysová, Norisová, Benedikt, Heller, Čálik) gesehen haben, waren es in Brno die außerordentlich vielseitigen Künstler, die, wie immer in diesem Theater, für Musical ausgezeichnet ausgestattet sind. Es ist schwer zu sagen. ob sie besser spielen, singen oder sich bewegen. Izergil - Eva Jelínková, Rada - Ivana Vaňková, Danilo - Jiří Horký, Butcha - Jan Apolenář, Sobar - Martin Havelka oder der alte Sobar - Marian Slovák. (Nebenbei, es ist Schade, dass ich den alten Sobar in der Darbietung von Marian Slovák aus Bratislava mit dem Sohn Lujko Sobar, den sein wirklicher Sohn, Brünner Musicalstar Stano Slovák spielt, nicht gesehen habe – es konnte sehr interessant sein). Außerordentlich gelungen waren in Brno die Kostüme von Andrea Kučerová und die einfache Szene von Jaroslav Milfajt. Die Musikeinstudierung, einschließlich der live gespielten Musik auf der Bühne und einschließlich des ausgezeichnet einstudierten Chors, wurde in Brno vom Dirigenten Karel Cón realisiert. Wenn ich mich gut erinnere, war ich in Bratislava von der Einstudierung von Anton Popovič nicht so begeistert. Ich hatte den Eindruck der zu großen Verschiedenheit von Genres und Stilen.

Wenn ich das alles zusammenrechne, kann ich konstatieren, dass die Brünner Musicalszene wieder ein ausgezeichnetes Werk produzierte. Und wenn die Nachricht über diesem Zigeunerlager zu den Ohren der Zigeuner kommt, die in Brno vor allem in der nahen Bratislavská Straße wohnen, können solche Komplikationen entstehen, wie irgendwann in Bukarest, wann die dortigen Zigeuner das Theater ohne Eintrittskarten besuchen wollten, weil es dort IHRE Geschichte gespielt wurde. Nebenbei, diese liebe Information habe ich aus dem reichen Bulletin zur Vorstellung genommen, der nicht nur Drehbuch und ikonographisches Material, sondern vor allem ausführlicher Führer durch Zigeunergesichte ist, auch mit der Erläuterung, woher dieser Termin zu uns kam.

Das Musical Das Zigeunerlager zieht in den Himmel wird in Brno sicher immer ausverkauft. Ich ahne doch nicht, wie es der Direktor Stanislav Moša ins Spielplan setzten will. Es ist schon die sechste Uraufführung in diesem Jahr. Und nur auf der Musicalszene hat er zurzeit elf (!) lebendige Titel. Wenn doch auch andere Theater solches Dilemma hätten.

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