Ein Garten voller Wunder

Ein Garten voller Wunder

  • Genre
  • Bühne Musikbűhne
  • Premiere3. Dezember 2004
  • Vorstellungsdauer2:30 hod.
  • Anzahl der Wiederaufführungen45
  • Derniére15. November 2008

Märchenmusical

Die uralte Sage vom ewigen Kampf zwischen Gut und Böse diente als Vorlage für das neue musikalische Bühnenwerk des Autorenduos Merta-Moša, das am Anfang der jüngsten Geschichte des Stadttheaters Brno stand. Ein Sommernachtstraum, BASTARD, Babel und Eine Welt voller Engel. Jeder Titel bedeutet eine andere Inszenierung. Gemeinsam waren ihnen jedoch die Sehnsucht nach Herstellung verlorengegangener zwischenmenschlicher Harmonie und das Verlangen, das Wichtigste dessen, freilich in der Form des Musiktheaters, auszudrücken, was unserem menschlichen Dasein einen Sinn gibt, seien es Liebe, Wissen, Erkenntnis, Toleranz... das alles in der Form des Musiktheaters. Diesmal geht es um das Märchen, das dank der technischen Ausrüstung die voll ausnehmenden Inszenierungsmöglichkeiten bekommt. Die Autoren nutzen bei ihrem Kampf für den Sieg des Reichs des Guten neben der Musik, dem Wort und der Bühnenfantasie auch die Hilfe der Zuschauer, sowohl der Kinder als auch der Erwachsenen.

 

Dramaturg

Musik

Choreographie

„Ein Garten voller Wunder“ verabschiedet sich mit seinem Publikum im Stadttheater Brno noch nicht

28. Januar 2008

Autorenduo Zdenek Merta und Stanislav Moša spielt in seinen Werken mit Fabelgestalten gern. Alle seine bisherigen Stücke waren doch vor allem einem erwachsenen oder heranwachsenden Zuschauer gewidmet, auch wenn sie sicher auch von jüngeren Zuschauern besucht werden. "Ein Garten voller Wunder" ist doch auf einen Kinderzuschauer orientiert, und zwar auch auf jenen, der die Schule noch nicht besucht. Aber auch die Erwachsenen finden hier unverwechselbare Poetik dieses Duos.

"Ein Garten voller Wunder" erzählt die Geschichte darüber, wie der Junge Snažík (Jakub Uličník), das Mädchen Chvilka (Mária Lalková) und der Hund Bafstein (Stano Slovák) versuchen, mit der Hilfe der mächtigen Königin Ahinsa (Michaela Horká) den geheimnisvollen Garten vor bösen Alpen, mit sehr bösem Izera (Ladislav Kolář) an der Spitze, zu  schützen. Die Kinder sowie ihre Eltern werden durch die Geschichte von einem sympathischen Kerl Gumpán (Erik Pardus) begleitet, der immer in dem richtigen Moment in die Geschichte tritt und komplizierte Gedanken für die jüngste Zuschauer, die im Publikum immer viele sind, übersetzt.

Im Rahmen des Genres und der Zielorientierung setzte dieses Stück nicht nur auf einfach im Gedächtnis behaltenden Melodien (die ausdruckvollste ist sicher das Lied „Baf se baf“) und fassende Handlung auf, es bietet auch effektvolle, geschmackvolle Schau, die mit einfallsreicher Szenendarstellung von Jaroslav Milfajt verzückte. Von allen Wundern ist mindestens fliegender rosiger Elefant, tanzender Mammut oder Vulkanausbruch zu nennen. Schon das würde vielleicht im Vergleich mit anderen tschechischen Kinderinszenierungen reichen, das Primat zu bekommen, mindestens was die visuelle Seite betrifft. Aber diese Inszenierung verlangt sogar direkte und lebhafte Zusammenarbeit mit dem Zuschauer, wodurch sie zu einem vereinzelten Ereignis wird, nach seinem Ende nicht nur die Augen der Kinder, sonder auch der Erwachsenen strahlen.

Und gerade für die Zuschauer, die in diesem äußerst sympathischen Stück Gefallen fanden, haben wir eine gute Nachricht. Auch wenn die letzten Januarreprisen mit der Derniere beendet sein sollten, nach den offiziellen Nachrichten aus dem Stadttheater Brno wird "Ein Garten voller Wunder" wegen großem Interesse der Zuschauer und begeisterten Reaktionen mindestens noch dreimal im Spielplan stehen, wahrscheinlich im Mai dieses Jahres. Und vielleicht wird er wieder vor vollem Zuschauerraum gespielt. Hoffen wir, neben weiteren gelungenen und zauberhaften Reprisen "im letzten Augenblick" auch ein Musikträger mit den Liedern aus dieser Vorstellung bekommen zu können, wie es bei allen bisherigen Werken dieses Autorenduos auf dieser Szene war. Eine Erinnerung an so liebreizendes Musikmaterial, das "Ein Garten voller Wunder" enthält, nicht auszugeben, es wäre sicher jammerschade! 

 

 

Wenn ein Elefant über den Zuschauern fliegt und die Bonbons auf sie fallen...

Tomáš Hejzlar 20. Dezember 2004 zdroj Haló noviny

Das Stadttheater Brno vergißt nicht einmal die Kleinsten

Während die meisten tschechischen Musicalproduktionen nur die schon notorisch bekannten Themen (manchmal auch klassische Werke wie zum Beispiel Die Großmutter von Božena Němcová oder Die Drei Musketiere von Dumas) nur peinlich zerkleinern, das Stadttheater Brno überraschte wieder: in der Adventzeit bietet es nämlich ein originelles Werk an, das keine bisherigen bekannten Titel nachbildet. Und noch mehr: auf der vor kurzem eröffneten Musikszene wird das Titel des Librettisten und Regisseurs Stanislav Moša und des Komponisten Zdenek Merta Ein Garten voller Wunder aufgeführt, der für die Kinder bestimmt ist. Das ist bei diesem neuen Werk die beträchtlichste Tatsache.

Die Aufführung dieser Märchenneuigkeit fesselte die Zuschauer nicht nur durch die einfallsreiche (und insbesondere aktuelle!) Idee, sondern auch durch ihre Realisierung. Die Autoren nutzten viele technische Errungenschaften der Brünner Szene hervorragend aus. Dieses neue Musical wurde von dem Ensemble unter der Führung von Moša in einer sehr kurzen Zeit einstudiert, die Vorstellung leidet doch an keine Unvollkommenheiten.

Zusammenstoß von Gut und Böse

Das erfolgreiche Autorentandem Moša - Merta geht nach vorigen erfolgreichen Autorentiteln (Ein Sommernachtstraum, Bastard, Babylon und Eine Welt voller Engel), was das Thema betrifft, von einem altertümlichen Märchenprinzip des imaginären ewigen Zweikampfs von Gut und Böse aus. Obwohl dieses Prädikat eigentlich der Grund von meisten Märchen, nicht nur in der tschechischen sondern auch in der Weltliteratur seit dem Altertum bis Heute ist, spitzt Moša diesen Widerspruch mit dramatischer Wirksamkeit zu. Das Gut und Böse erscheinen in einer präzis formulierten Form. Es handelt sich nicht nur um eine einfache Erzählung über ein Reich, das durch Einfall der die Wundergarten zerstörenden Alpen bedroht ist. Es handelt sich um einen prinzipiellen thematischen Zusammenstoß, der dem heutigen, modernen Kinderzuschauer vielmehr näher steht. Moša personifiziert nicht, das Thema wird von ihm in ganz klaren Konturen projiziert.

Alpen - Abbild unserer Zeit

Auf dem Hintergrund der Geschichte über zwei Kinder und den Hund Bafstein bekommt das Kind gewaltlos grundsätzliche Informationen über die Moral. Die Zuschauer selbst sind ja schon mit ihrer Mitwirkung dem Schlusssieg des Gutes behilflich („Das Märchen kann nur dann ein gutes Ende nehmen, wenn wir und helfen werden“ sagte Moša vor der Erstaufführung), wann das Reich der Humanität durch den Einfall der Alpen bedroht ist. Nicht nur dass diese die Wundergärten zerstören, sie stellen ein Muster des kommerziellen Bracks dar – das wir, im Ganzen genommen, im alltäglichen Leben permanent durchgehen.

Falls Moša wirklich auf aktuelle Mängel der Menschengemeinschaften (und nicht nur in unserem Land!) reagierte, schuf er ein realistisch treues Abbild mit einem ebenso emotional kritischen Vorwurf, wie es vor einem Jahrhundert die literarischen kritischen Realisten und nach diesen die Dichter und Prosaiker mit Sozialorientierung (einschließlich Karel Čapek) machten. Und es ist gut, dass ein solches Werk auch jetzt entstand und für die Generationen bestimmt ist, die sich erst vorbereiten, ins Leben zu treten.

Fliegender Elefant und Bonbons

Es erscheint sogar ein vier Meter langes, sich bewegendes Mammut oder Luftelefant, der während der Geschichte mehrmals „mit dem Pilot“ über dem Publikum, mit effektvollem Drehen der Luftschrauben oder des Pürzels fliegt. Es ist doch keine kitschige Pose, doch nur die Reaktion darauf, dass der Kinderzuschauer mit ähnlichen Computerfiktionen schon seit der Wiege ganz selbstverständlich verwöhnt ist. Die Effekte, die doch nicht stören und nur eine einfallsreiche Auffrischung der Entwicklung darstellen, werden öfter benutzt (zum Beispiel Bonbons, die in den Zuschauerraum fallen). Für die größte Merkwürdigkeit, sogar Vorteil, kann der ausgezeichnete, choreografisch reife Kinderchor gehalten werden. Er stellt wechselweise die Feen und böse Alpen in der hervorragend vorbereiteten Choreographie von Vladimír Kloubek dar. Diese ist nicht nur einfallsreich und ständig dynamisch, sondern, was die Synchronisierung der Bewegungen betrifft, vollkommen reif. Auf der Schlusswirkung beteiligten sich auch Jaroslav Milfajt, auf dessen Märchenszene die Geschichte gespielt wird, und die Autorin der entsprechend wirkenden Kostüme Andrea Kučerová.

Die Schauspieler machen ein gutes Spielchen In der Rolle des Erzählers Gumpan, der die Handlungslinie witzig verschiebt und dabei die Funktion des Clowns erfüllt, alternieren Erik Pardus und Jan Mazák. Während die Einmaligkeit der Schauspielerkunst von Pardus einfach vorzustellen ist, enttäuschte nicht einmal Jan Mazák: nicht nur dass er mit dem dazugehörigen Chick und Sinn für Kinderhumor den Zuschauer vollkommen kontaktiert, er zieht ihn sogar in die Geschichte auf der Bühne ein. Auch die Königin der weißen Wesen Ahinsa gewann ausgezeichnete Alternierung: obwohl ich bedauerte, dass ich der Zeuge der Schauspielmeisterschaft von Alena Antalová nicht sein kann, wurde ich nicht einmal von Ivana Vaňková enttäuscht (die dritte Alternierung ist Michaela Horká). Das Mädchen Chvilka wurde von Markéta Sedláčková und der spielend wirkenden Mária Lalková einstudiert. Sie weißt die Charakterperipetien gut zu unterscheiden, frech eigenständig und dagegen bis beinahe charismatisch verfeinert zu sein. In die Rolle des Jungen Snažík wurden von der Regie Alan Novotný, Tomáš Sagher und Jakub Uličník besetzt. In der komischen Rolle des Hunds alternieren Stano Slovák mit Petr Štěpán, der mit seiner Komik auch auf den düstersten Gesichtern der Erwachsenen ein Lächeln hervorzauberte.

Ausklang? Dieser wird am besten vom Beifall des Kinderpublikums bestimmt. Und dieser soll spontan und permanent sein!

Die Brünner Musikszene wurde zu einem Wundergarten

Jiří P. Kříž 11. Dezember 2004 zdroj Právo

Im Stadttheater wurde eine originelle Familienshow des eingespieltes Autortandems Zdenek Merta und Stanislav Moša einstudiert Die Musikszene des Stadttheaters Brno läuft auf vollen Touren. Nach dem professionell mehr als gelungenen Hair und der traurig unüberzeugender Lustigen Witwe des Operettenensembles bricht das eingespieltes Autortandem von Zdenek Merta und Stanislav Moša mit einem neuen Stück ein. Es rühmte sich mit dem Wundergarten.

Im Wundergarten geschehen Seltsamkeiten. Die Clownsfreunde und Erzähler Jan Mazák oder Erik Pardus erzählen traurige Anekdoten und begeben sich mit den Zuschauern in Märchenreiche. Die Alpen grinsen auf die Welt und mit dem König (Ladislav Kolář oder Jan Apolenář) an der Spitze möchten die weißen Wesen mit der wunderschönen Herrscherin Ivana Vaňková oder Alena Antalová oder Michaela Horká unterwerfen.

Vor den Augen der Zuschauer platzen und strahlen Feuerwerke, der Steinbruch reißt Felsen, über ihren Köpfen fliegt ein Elefant und sie werden Zeugen der Bestätigung der Theorie von Darwin über Vermenschlichung von Affen, wann zuerst der Alp Slump (wie immer ausgezeichneter Ján Jackuliak oder Oldřich Smysl) und seine Alpin Zlotra (nicht weniger immer ausgezeichnete Radka Coufalová oder Lenka Janíková) gemäß Vorbild der weißen Wesen zu arbeiten und duften beginnen. Und alles endet mit einer Belehrung im Stil von Werich, dass wir alle zusammen viel schaffen. Wie wir wissen, im Leben geht es manchmal ein bisschen anders. Im Libretto von Moša klingen Aufforderungen zu Zusammenarbeit, Toleranz, Gewaltlosigkeit. Die Songs von Merta zielen zu Vollkommenheit, auch wenn die Kinder im Zuschauerraum die Lieder nur schwierig im Gedächtnis behalten, einschließlich jener Zentralmelodie „V hliněné kolébce / s pokrývkou v kamení / semínko usíná / pod šťastným znamením...“. („In irdener Wiege/ mit Decke in Steine/ein Samen schläft ein/unter glükliches Zeichen...“)

Im Wundergarten gibt es viel Rauch und Zauber, viel Farbigkeit und zuerst auch viel Böse, bevor das Gut gewinnt. Und auch opferwillige Kinder (Markéta Sedláčková, Mária Lalková, Alan Novotný, Tomáš Sagher, Jakub Uličník) und ein schöner redender Hund Bafstein (Stano Slovák oder Petr Štěpán). Der ist eigentlich der sympathischste, auch wenn er auf allen vieren mit Krückstocken geht.

Der Wundergarten macht Spaß und grübelt

Luboš Mareček 6. Dezember 2004 zdroj MF Dnes

Die neue Inszenierung des Stadttheaters Brno bietet ein unterlassenes Vergnügen an: Kindermusical

Das neue Musical „Der Wundergarten“, das vom Stadttheater Brno in den Wochenenderstaufführungen angeboten wurde, verspricht eine Familienshow für große sowie kleine Zuschauer. Das Autortandem Zdenek Merta und Stanislav Moša, welcher auch Regisseur der Inszenierung ist, bat ein Stück an, das im Inland eine Ausnahme ist. Die Märchenmusicals für Kinder könnten an den Finger einer Hand abgezählt werden. Bei dem Wundergarten war das Risiko noch größer: unter diesem Namen versteckt sich keine von den notorisch bekannten Märchengeschichten, sondern eine ganz originelle Geschichte über zwei Kinder und redenden Hund, die eine Gruppe von bösen Alpen verbessern. Das Libretto von Moša verließ sich nicht nur auf Schwarzweißunterscheidung zwischen Gut und versittlichtem Böse. In dem Wundergarten wird über Gemeinschaft, uneigennützige Freundschaft, gemeinsame Arbeit für andere gesprochen, gesungen und getanzt, der Titel reißt die kleinen Zuschauer sowie ihre erwachsene Begleitung aus den Stereotypen der Märchenwelt. Die Exkursion in diesen Garten ist bestens zu empfehlen. Auf die Zuschauer wartet einer Reihe der wundervollen Tanzauftritten, einfallreichen Szenen sowie ansteckender Freude, mit der sich die zweistündige Mummerei nach vorn schiebt. Alle sind durch ein fliegendes Elefant, der sich über Köpfe des Publikums tummelt, sowie durch einen tanzenden Mammut, durch die Spontaneität der sechsundzwanzigen Kinderschauspieler oder durch die Bewegungssouveränität des zentralen Alpenpaars bezaubert. Zum Glück serviert der Wundergarten die Ideale der Zusammengehörigkeit in keiner didaktisch trockenen Weise. Die Theaterzauber des Märchenmusicals werden manche Zuschauer auf die neue Musikszene wieder herbeizaubern.

Ein Garten voller Wunder wie Musical

(vž) 1. Dezember 2004 zdroj Haló noviny

Die Autoren Zdenek Merta und Stanislav Moša stellen in der Welt des tschechischen Musicals ein bekanntes Autorentandem dar. Sie arbeiten erfolgreich und in gegenseitiger Inspiration, gemeinsamer Sendung schon die zweite Dekade zusammen.

Zum Beispiel ihre Titel Sommernachtsträume, Bastard, Babylon oder Eine Welt voller Engel verkauften den Zuschauerraum des Stadttheaters Brno sowie die Vorstellungen auf den Auslandsturneen erfolgreich aus. Entsprechend dem Welttrend schaffen Merta mit Moša die Polygenrewerke auf der Grenze zwischen dem Musical und der gegenwärtigen Oper. In der Staatsoper Prag wird im März die Erstaufführung ihrer neuen, „La Roulette“ genannten Oper aufgeführt. Ein anderes neues Werk dieses Autorentandems ist am 3. und 4. Dezember die Erstaufführung ihres Musicalmärchens auf der neuen Musikszene des Stadttheaters Brno, Ein Garten voller Wunder. Es ist für die Familienzuschauer bestimmt, die sich in die Geschichte so eingliedern, dass sich die Erwachsenen wie Kinder benehmen. Der Untertitel des Werks lautet „Die Handlung nimmt ein gutes Ende, wenn wir uns einander helfen werden“. Zum Unterschied vom altertümlichen Mythus über den Kampf zwischen Gut und Böse läuft hier eine Humangeschichte der Kinder (es treten hier sechsundzwanzig aus) ab, die dem Sieg von Gut, Liebe und Freude helfen. Widrigenfalls soll sie schlecht enden, als ob die Eiszeit zurückkehrt (in der Inszenierung spielt auch ein vier Meter langes Mammut). Die mit einer erfahrenen Hand geschriebenen Lieder und Texte entbehren weder kantable Melodien, Humor noch Zärtlichkeit. Im Raum der Musikszene fehlen nicht einmal Effekte (einschließlich Vulkanausbruch) und Umwandlungen mittels Märchenzauber. Die Autoren drücken den Wunsch aus, die Welt mittels Theaters zu verbessern.

Der Wundergarten im Stadttheater Brno

David Kroča 1. Dezember -1 zdroj Tschechischer Rundfunk 3/Vltava

Der Wundergarten von Zdenek Merta und Stanislav Moša unterscheidet sich von den anderen Musicalproduktionen in einem wesentlichen Punkt: er bestrebt die maximale Kommunikation mit dem Publikum. Die Bedeutung dieses Herantretens ist schon aus dem Untertitel der Inszenierung klar, der lautet: „Musikmärchen für Kinder und Erwachsene, das nur dann ein gutes Ende nimmt, wenn wir uns einander helfen werden“. Es handelt sich nicht nur um ein gewisses Motto des ganzen Projekts, sondern auch um einen wichtigen Schlüssel für die Auswahl der Theatersprache.

Die Geschichtelinie des Szenars von Moša trägt die Zeichen einer alten Religionslegende über den Kampf zwischen Gut und Böse. In dieser Märchenverarbeitung wird er durch einen Kampf zwischen dem Reich der weißen Wesen und bösen Alpen dargestellt, die mit ihrem Einfall den letzten Zaubergarten bedrohen. Der Witz besteht darin, dass sich .die Zuschauer selbst um den Schlusssieg des Gutes am meisten verdient machen. Der Erzähler und Begleiter durch die Geschichte Gumpán zusammen mit seinem weisen Hund Albert Bafstein wählen aus ihnen zwei Vertreter aus, die während ihrer Märchenwanderung den mächtigen Alpenkönig überwinden und am Ende auch seine Untertaten mit Liebe und Freundschaft „anstecken“. Die allmähliche Umwandlung der bösen, faulen und näselnden Wesen wurde vom Regisseur dadurch unterstrichen, dass er in die Rollen von Alpen neben den Schauspielern auch die Kinder von neun bis vierzehn Jahren besetzte, so dass im Finale die Bühne von einem tanzenden und singenden Kinderchor beherrscht ist. Das Lied für Wachstum des wundertätigen Samens wird zum Schlager noch früher, als es am Ende zum Siegfest klingt: die Zuschauer singen es nämlich mehrmals zusammen mit den Hauptgestalten, um den wundertätigen Blumen auf die Welt zu helfen. Die Melodien von Zdenek Merta sind nicht unterwürfig einfach, aber dank den Repetitionen ist es möglich, sie zu merken, so dass bei der zweiten Wiederholung des Zentralliedes es auch von den Zuschauern gesungen wird.

Das Libretto von Moša ist in solchen Stellen stark, wo die Grundwerte des Menschenlebens in effektvollen poetischen Abkürzungen benannt werden. Es ist schwierig, sich eine prägnantere Demonstration der Menschenarbeit vorzustellen, als das Moment ist, wann ein verwirrter Alp vor den anderen Reißteufeln die Blume plötzlich stützt, die er selbst zog. Sehr schön ist auch der Liedtext „Na dlani umírá vločka sněhu“ („Auf der Handfläche stirbt eine Schneeflocke“), in dem nur in einigen Versen das Thema der Freundschaftssucht abgedeckt wird. Die Gestaltung der Inszenierung ist hinreißend. Auf der Szene von Jaroslav Milfajt erscheint eine riesige Kristallhöhle oder ein eingeschrumpfter Wald, aber auch durchsichtige Säulen und Gardinen, die zu Überraschung von Zuschauern aus Hunderte von Plastikflaschen realisiert sind. Die Bühnenbildnerin Alena Kučerová kleidete die Alpen in bunte Fransen, löchrige Strümpfe und struppige Perücken. Im Gegenteil, die weißen Wesen wirken würdevoll und es lässt sich nicht versehen, dass sie mit ihren Kleidern ein bisschen an Elfe aus dem Herr des Rings erinnern. Die größte Attraktion für Kinder sowie für Erwachsene ist doch ein fliegender weißer Elefant, der wie das Verkehrsmittel von Gumpán direkt über den Köpfen der Zuschauer segelt. Obwohl dieses aufwendige Requisit keine andere Rolle in der Inszenierung hat, handelt es sich um ein originelles und effektvolles szenisches Element.

In der Schauspielerbesetzung wird wie immer mit Alternierungen gerechnet, zum Beispiel die Gestalten der Königin von weißen Wesen und des Jungen Snažík werden gleich von drei Darstellern dargestellt. In der Samstagserstaufführung, wann ich Gelegenheit hatte, sie zu sehen, bat eine sehenswürdige Leistung Ladislav Kolář in der Rolle von Izer. Der Alpenkönig in seiner Darbietung ist ein verabscheuungswürdiger Schurke, der seine Macht und Grausamkeit mit solcher Vehemenz demonstriert, bis er lächerlich und elend wirkt. Es sind keine Zweifel daran, dass der komische Erzähler Gumpán zu Leibe von Erik Pardus geschrieben wurde. Der alternierende Jan Mazák gab doch zu erkennen, dass er sich in der Rolle des gutherzigen Clowns fand, und er weißt seinen Humor und Selbstironiesinn auf der Bühne gut zu verkaufen. Dankbar sind auch die Gestalten von zwei verliebten Alpen, die bei der zweiten Erstaufführung von Ján Jackuliak und Lenka Janíková dargestellt wurden.

Der Brünner Wundergarten gehört zu jenen Musicalproduktionen nicht, die sich um eine umfangreiche epische Erzählung stützen können und deshalb ist er in vielen Aspekten für mehrere Zuschauergenerationen anziehend. Die Aufmerksamkeit verdient doch die einzig dastehende Aufbietung der Kinderschauspieler sowie der erwachsenen Schauspieler, aus deren Äußerung eine natürliche Begeisterung zu fühlen ist. Glaube in Liebe, Geduld und ruhevolle Konfliktlösung gewinnen so einfach nicht nur auf der Bühne, sondern mit Leichtigkeit der Märchenzauber fließen sie auch in den Zuschauerraum.

Auf der Musikszene des Stadttheaters Brno blühte ein Garten voller Wunder auf

Vladimír Čech 1. Dezember -1 zdroj Kam

Ein Garten voller Wunder, mit dem sich das Stadttheater Brno auf seiner neuen Musikszene in der ersten und zweiten Uraufführung am 3. und 4. Dezember des vorigen Jahres vorstellte, hat im Untertitel die Bezeichnung „Das Musikmärchen für Kinder und Erwachsene, das nur dann ein gutes Ende nimmt, wenn wir uns einander helfen werden“. Jene Bedingung der gegenseitigen Hilfe ist entweder nicht so heiß oder kategorisch, oder ist die jüngste Generation beinahe engelhaft, weil es mir nicht bekannt ist, dass eine der Vorstellungen kein gutes Ende nimmt. Ein Garten voller Wunder ist vielleicht das Gute selbst und zwar das so allgewaltige Gute, dass es offensichtlich jedes Böse überwindet. Seien wir auch gut, helfen wir uns einander und so werden wir alle Negationen überwinden. Ist es aber nicht in der heutigen Zeit eine idealistische Vision, setzen sich nicht eher scharfe Ellbogen durch? Übrigens, als ob wir auch von dem „Gärtner“ dieses Zauberreichs Gumpan, alias Märchenerzähler und Freund, in dieser gutmütigen Bemühung ab und zu richtig angenagt würden: zum Beispiel wenn er in den Zuschauerraum Anfänge von verschiedenen Sprichwörtern wirft und das Publikum ihre friedliebende Pointen ergänzen soll, was es auch tut, sagt er dann „nein, nein!“ und ergänzt eine entgegengesetzte Erfahrung aus der Praxis, die vom weiten nicht so rosig ist.

Aber in den Märchen soll das Gute das Böse überwinden, was sicher erzieherisch wirkt. Deshalb ist es gut, dass in der Zeit des Gewaltkults das Gute mindestens auf der Bühne der Musikszene nach etwa 150 Minuten überzeugend gewinnt. Möglicherweise bleibt es bei jemand im Kopf sowie im Herzen für Leben.

Ein Garten voller Wunder, der mit Text von Stanislav Moša bepflanzt und mit Musik von Zdenek Merta kräftig bewässert wurde, ist genau in den Intentionen seines am Anfang erwähnten Untertitels ein Familienmusical. Jede Generation findet hier etwas für sich. Es ist aber nicht nur ein Märchen für Kinder, wann ihre Begleitung die Uhr anschaut. Die Kleinsten werden sicher von den unglaublichsten Zaubern gefesselt, z. B. vom fliegenden Elefant, der über den Köpfen der Zuschauer fließend schwebt, oder von seinem Vorgänger – Mammut, aber auf diesen Kuriositäten ruht mit Vergnügen auch das Auge von Erwachsenen. Übrigens, der gastierende Jaroslav Milfajt sah in die Schonung der noch nicht genug durchgeforschten Szene ein, und drückte ihr ein wirklich auf Märchenweise veränderliches Kleid auf, wobei nicht einmal den Kostümen von Andera Kučerová Poetik fehlt. Der Prinzipal im Untergrund, Regisseur Stanislav Moša, verstand sich mit dem Choreograph Vladimír Kloubek (w. G.) wie immer ausgezeichnet, es ist also schwer zu sagen, wo die Inspiration des Ersten endet und wo die Kunst des Zweiten beginnt. Wie es bei einem gut inszenierten Musiktheater vielleicht immer ist.

Die Kinder sollen sich bei der Vorstellung vor allem unterhalten und erfreuen. Wäre es aber des fruchtbaren Gartenbodens nicht Schade, wenn er ein bisschen nicht erziehen würde? Aber keine Angst, im Garten voller Wunder belehrt man nicht, es wird hier nicht strikt befohlen, die Didaktik ragt aus ihm nicht hervor. Und die Adoration des Gutes, sein Düngemittel, wird hier mit Maß, Geschmack und Liebe serviert. Aber auf jeden Fall kann eine Prise Kenntnisse in Kindergehirn kommen. Zum Beispiel schon am Anfang, wann sich Gumpan in die Rolle eines beinahe Britten-Erzählers des jungen Menschen durch Orchester stilisiert: unter dem Dirigentenstab von Jiří Petrdlík oder Igor Rusinko musizieren die Spieler im Untergrund der Szene auf der Bühne und unser Erzähler und Freund Gumpan stellt dann ein Instrument nach dem anderen vor.

Die Musik von Merta ist sicher keine harte Rockmusik und gehört eher in Mittelstrom, sicher am meisten von allen Partituren, die im Kunsttandem Moša – Merta erschienen. Es ist kein Vorwurf. Das vielleicht plumpvertraulichste Lied Baf se baf s dobrým kamarádem (Sprich, sprich mit dem guten Freund) hat einen sicher mehr prägnanter rhythmischer und melodischer Charakter als das auch repetierte, sondern zu gerührte sogar wehmütige V hliněné kolébce s pokrývkou z kamení (In irdener Wiege mit Decke in Steine). Das Publikum singt diese Gartenhits ohne langes Bitten der Schauspieler und gern, ich bin mir nur nicht sicher, ob es den Kleinsten klar ist, was es eigentlich bedeutet, wenn sie den Ausdruck Requiem aussprechen sollen. Eigentlich bin ich mich nicht sicher, dass es ihre Begleitung sicher weißt. Es ist aber nur ein kleiner Schönheitsfehler, ein kleines Fragezeichen, vielleicht ein einziges verdorrtes Blatt im ganzen aufgeblühten Garten voller Wunder.

Alle Hauptfiguren werden alterniert, Ahinsa, die Königin der weißen Wesen hat sogar eine Dreibesetzung (Alena Antalová, Ivana Vaňková, Michaela Horká w.G.). Auf der Pressekonferenz vor den Uraufführungen hielt Stanislav Moša nicht geheim, dass er vom Anfang an in der Gestalt von Gumpan Erik Pardus sah. Und dass er, wie man sagt, eine Rolle auf Körper schrieb. Aber auch er hat eine Alternierung – Jan Mazák. Ich hatte die Gelegenheit, Ein Garten voller Wunder zweimal hintereinander zu sehen: ich sah die zweite Uraufführung (4. 12.) und ein Tag danach die Sonntagkindervorstellung. Ich hatte also die Gelegenheit, einige Alternierungen zu vergleichen, auch wenn die Besetzung von beiden Vorstellungen nicht diametral unterschiedlich war.

Beide Gumpans sind bravourös und sie verstehen, die Kinder zu behandeln. Übrigens auch die Erwachsenen. Erik Pardus war am jenen Nachmittag noch ein bisschen mehr volkstümlich als Jan Mazák einige Stunden von ihm, dessen Gumpan mehr nobel wirkte. Mindestens um ein Grad. Die souveräne Conferencierung von Pardus ist bekannt, er ist jeder Zoll ein Komiker, dem nichts heilig ist. Wenn aber die meisten Brünner Zuschauer Jan Mazák noch immer vor allem wie Heinrich VIII. von Shakespeare sehen, dann waren sie von seinem Gumpan wirklich überrascht. Und angenehm. Zum Anbeißen sind beide sehr weisen Hunde Albert Bafstein, also Petr Štěpán sowie Stano Slovák. Tomáš Sagher wie Snažík, ein Junger von den weißen Wesen, kann nicht mehr strebsam und beflissen, Ladislav Kolář wie Izera, König der Alpen, mehr abscheuerregend sein und so kann man fortsetzen, bis wir zu den Musikanten und Dirigent kommen. Dieser war bei beiden Vorstellungen Igor Rusinko.

Und so müssen sie wissen, dass wenn der Zuschauerraum am Ende der Vorstellung mit Bonbonsschauer gespritzt wird, ist es kaum einziger Wunder, von denen dieser Garten strotzt. Einige sind nämlich maßgeblich weniger materiell, und also gleich greifbar. Es bedeutet aber nicht, dass solche Früchte weniger nahrhaft und weniger nützlich sind. Eher im Gegenteil.

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