ANNA KARENINA

ANNA KARENINA

  • Genre Schauspiel
  • Bühne Schauspielbühne
  • Premiere23. Februar 2019
  • Vorstellungsdauer3:20 hod.
  • Anzahl der Wiederaufführungen32
  • Preis 450 - 480 Kč

Ein Drama über die Suche nach Liebe

„Alle glücklichen Familien sind sich ähnlich, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“ Diese vielsagende Aussage des Giganten des russischen Romans bildet den Auftakt zu einer der berühmtesten psychologischen Sondierungen der einfühlsamen weiblichen Seele und einer der eindrucksvollsten Darstellungen der Weiblichkeit in der Geschichte der Literatur. Inspiriert durch eine wirkliche Begebenheit – den Selbstmord von Anna Stepanowna Sykowa, der untreuen jungen Gefährtin seines Nachbarn, des Gutsbesitzers Bibikov – schuf Tolstoi seinen Roman über die skandalöse Verfehlung einer „gut verheirateten“ Schönheit, die vor die fatale und dabei freie Wahl zwischen ihrem bisherigen Leben in einer lieblosen konventionellen Ehe und ihrem naturgegebenen Recht auf Glück gestellt wird. Das Entflammen der Gefühle der Gemahlin des hohen Staatsbeamten für den Offizier Alexej Wronskij ist für Anna umso tragischer, als sie im Gegensatz zu den Sittenrichtern ihrer Zeit nicht unaufrichtig sein will oder kann – weder zu sich selbst noch zu ihren Nächsten: aus ihrem Seitensprung und dessen Folgen macht sie kein Geheimnis, sie verlässt ihren Ehemann und ihren Sohn Sergej und gerät damit in offenen Konflikt mit dem Umfeld, in dem sich aufgewachsen ist und gelebt hat. Die Liebesgeschichte einer Frau aus aristokratischen Kreisen spielt sich ab vor den historischen Hintergrund des gesellschaftlichen Lebens und seiner heuchlerischen Moral.

Anna Karenina ist neben Tolstois Krieg und Frieden darüber hinaus ein in der Geschichte des Romans einzigartiger Versuch, die Totalität des Seins und Bewusstseins zu erfassen; diese Tendenz allein wird zum Sinnträger des ewigen Erfülltwerdens und des ewigen Unerfülltseins eines Lebens, das sich nicht in Denkschemata zwingen lässt. Unsere Dramatisierung ist ein Versuch, die Essenz der gesamten Handlung herauszuarbeiten: die zeitlose Sehnsucht nach der großen, absoluten und einzigen Liebe des Lebens.

Autor

  • Lev Nikolajevič Tolstoj

Regie

Kostüme

  • Eliška Lupačová Ondráčková

Dramaturg

Choreographie

Projektion

  • Petr Hloušek

Bearbeitung

  • Petr Gazdík

Světelný design

  • David Kachlíř

Výběr hudby

  • Petr Gazdík

Bewegungszusammenarbeit

  • Aneta Majerová

Umělecký záznam a střih představení

  • Dalibor Černák

Dramatizace s použitím překladu Taťjany Haškové

  • Jiří Záviš

Karenin

Vronskij

Levin

Hraběnka Vronská

Hraběnka Lýdie Ivanovna

Kněžna Ščerbacká

Kněžna Betsy Tverská

Hraběnka Nordstonová

Nikolaj Levin

Jegoruška Korsunskij

Holobrádek

Petrickij

Baronka Chilletonová

Doktor, Přednosta stanice

Kněz, Diplomat

Kněžna Mjagká, Thérése

Tuškevič

Správce, Kuzma

Agafja

Korněj (majordomus u Kareninů), Průvodčí

Anuška

Ignatij

Serjoža - dítě

Gríša - dítě

Táňa - dítě

Aljoša - dítě

Vasja - dítě

Lily - dítě

Moskvané, Petrohraďané, služebnictvo, nádražní personál, důstojníci, tanečnice z francouzského divadla, cikánští muzikanti

SO EINE UNGLÜCKLICHE FAMILIE

Luboš Mareček 12. März 2019 zdroj Lidové noviny

Das Stadttheater Brno hat eine neue Dramatisierung des berühmten Romans Anna Karenina auf die Bühne gebracht. (…) In der Brünner Inszenierung werden allerdings nicht allein die Liebespirouetten und die psychischen Entwicklungen einer Frau beleuchtet, die die Ruhe am heimischen Kamin einer verzehrenden Leidenschaft opfert. (…) Die übersichtliche und leicht verständliche Dramatisierung von Jiří Záviš betont die Tragödie des Hauses Karenin im Kontrast zu den verschiedenen Formen des familiären Glücks bei den Oblonskis und Ljewins. (…) Gerade durch diese akzentuierten Gegensätze ist Závišs Szenario originell und auch die damit harmonierende Regie Gazdíks interessant. (…) Zentrales Thema bleibt natürlich die Liebe in ihren verschiedensten Erscheinungsformen – die eheliche, die außereheliche, die elterliche, die geschwisterliche, aber auch die Liebe zum Beruf. (…) Im Mittelpunkt steht natürlich die schauspielerische Leistung von Ivana Vaňková, die insbesondere im Finale meisterhaft Annas Ambivalenz zwischen Gewissensbissen, Eifersucht, Hysterie und Morphium einfängt. Vaňková suggeriert gleichzeitig überzeugend die unerträgliche Last ihrer verzweifelten Situation, welche sie schließlich dazu bringt, sic vor einen Zug zu werfen. Mit der suggestiven, nicht zu ausgeschmückten Leistung Vaňkovás steht und fällt im Grunde diese ganze weitverzweigte Inszenierung. Und sie steht sehr gut.

 

EINE GLÄNZENDE ANNA KARENINA IM STADTTHEATER

Jiří P. Kříž 9. März 2019 zdroj Právo

Was für ein großes und nach einhundertvierzig Jahren schon nachgerade unsterbliches Thema in der Weltliteratur Anna Karenina vertritt, zeigt Regisseur Petr Gazdík eindrücklich im Stadttheater Brno. (…) Die Kraft liegt in Tolstoj, nicht in Deformationen seines Romans. Dies alles hat der erfahrene Gazdík in Jiří Závišs Dramatisierung beibehalten, und so werden wir denn in den höheren, dem Autor nahestehenden aristokratischen Kreisen, wo Tolstojs Weltsicht und seine Bewunderung des ländlichen Lebensstils spürbar werden, Zeugen der Zurückweisung eines Bräutigams, vor allem aber des Entflammens der in einer konventionellen Ehe mit großem Altersunterschied lebenden Titelhelden für den Salonlöwen Wronskij. Doch die Gesellschaft ist unbarmherzig. Dominierende Handlungslinien sind daher das Thema der untreuen Ehefrau und ihres Untergangs, eine Sonde in den Edelmut, dessen treibende Kraft allerdings nur die Karriere ist, das Sujet des Kampfes um den kleinen Sohn, und dies alles vor dem Hintergrund der verwickelten Beziehungen von Dutzenden weiterer Figuren dieses Werks. (…) Erwähnung verdient wenigstens noch Ivana Vaňková, die ihre Anna präzise bis ins kleinste Detail als eine von den Gefühlen hin- und hergeworfene, sich selbst verachtende, verzweifelte Ehefrau, Geliebte und Mutter zeichnet. Ebenso eindringliche Charaktere schaffen Jiří Mach (Wronskij), Petr Gazdík (Ljewin) oder Jan Mazák (Karenin). (…)

 

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