Die Fledermaus

Die Fledermaus

  • Genre Opereta
  • Bühne Musikbűhne
  • Premiere29. Januar 2005
  • Vorstellungsdauer2:50 hod.
  • Anzahl der Wiederaufführungen12
  • Derniére8. Juni 2005

Klassische Operette

Die Erstaufführung der berühmtesten klassischen Operette aller Zeiten, des Werks des Wiener „Walzerkönigs“ Johann Strauß Sohn, fand im Jahre 1874 im Wiener Theater an der Wien statt und war so erfolgreich, dass Die Fledermaus früh auf den bedeutendsten Weltbühnen erschien und seit dieser Zeit aus ihnen nicht verschwand. Die Handlung dieser Operette, welche zu den wenigen Operetten gehört, die auch im Repertoire von vielen prestigen Opernhäusern sind, führt uns im

klassischen dreiaktigen Schema in die Wohnung von Gabriel von Eisenstein und seiner Ehefrau Rosalinde, auf das Fest im Palast des Prinzen Orlowsky und dann auch ins Gefängnis. Ein weiterer Schmuck

der Weltoperette, der bedeutendste Vertreter des „Goldenen Zeitalters“ der Wiener Operette, Die Fledermaus, bietet wertvolle sängerische und auch schauspielerische Gelegenheiten, eine gut konstruierte Geschichte und qualitätsvollen Humor.

Autor

  • Johann Strauss jr.

Regie

Übersetzung

  • I. M. Milešovský

Libretto

  • Karl Haffner
  • Richard Genée

Dramaturg

  • Monika Bártová

Dirigent

Choreographie

Gabriel von Eisenstein

Rosalinda

Frank

Princ Alexej Orlovský

Alfréd, zpěvák

Dr. Falke, notář

Dr. Blind, advokát

Ida

Frosch

Iwan

Strauß` Fledermaus beherrschte souverän die Musicalbühne

Tomáš Hejzlar 7. Februar 2005 zdroj Haló noviny

Es ahnte sicher niemand, dass das Brünner Singspielensemble nach nicht dem ganzen Jahr nach seiner Versetzung ins Bund des Stadttheaters Brno in der wirklich unerwarteten Weise aufkommt. Die gegenwärtige Einstudierung der Fledermaus unterscheidet sich von dem vorjährigen künstlich geschmacklosen Operettenkitsch diametral: was die Musik und Bewegung betrifft, befreite sie sich aus dem Panzer der altmodischen Auffassung des Operettengenres in die Form, die auch in weiteren Jahrzehnten lebendig sein kann. Die Operette scheint also nicht nur ein Zwischenglied zwischen dem Mozarts Singspiel und dem gegenwärtigen Musical zu sein, sondern ein eigenartiges und eigenständiges Kapitel in der Entwicklung der musikalisch-dramatischen Formen zu bilden.

Selbst die neue Übersetzung von I. M. Milešovský in der Adaptierung von Petr Kracik und des gastierenden Regisseurs der Inszenierung Pavel Fieber bezeugt ein moderneres Herantreten. Das wird auch durch die Nachdichtung der Gesangtexte von Miroslav Homolka bestätigt. Dieser Trend, wie immer er von den Liebhabern der traditionalistischen Versionen wie ein empfindungsloser Eingriff in Gewohnheiten verstanden werden könne, ist positiv – in der modernen Zeit ist es unlogisch, immer die heute nicht mehr lebenden Versionen der gewesenen tschechischen Übersetzungen zu ziehen. An Pavel Fieber gelang es, vielleicht auch deswegen, dass er die Umgebung und die Möglichkeiten des Stadttheaters Brno vertraulich kennt (außer der Lustigen Witwe studierte er hier auch das erfolgreiche Musical Cabaret ein). Zu der jetzigen akzeptablen Realisierung trug die vom Christian Floerene entworfene Szene bedeutend bei. Die funktionellen, doch nicht überdimensionierten Drehbühnen halfen erheblich bei, die Handlung zu beschleunigen. Ich weiß doch nicht, ob die Zuschauer in den ersten Reihen des Zuschauerraums gute Qualität der Beobachtung haben, wenn die Handlung am Anfang vorwiegend im oberen Teil der in zwei Stocken gelösten Szene abläuft. Auch die Kostüme von Andrea Kučerová entsprechen der moderneren Auffassung: obwohl sie die Zeitatmosphäre respektieren, wirken sie nicht mehr archaisch und wenig überzeugend, eher nur mit der Rücksicht auf den Theatereffekt. Der Vorteil des Stadttheaters Brno besteht schon traditionell im choreographischen Teil – die Akteure, auch diesmal unter der Führung von Vladimír Kloubek, zappeln in den für Operetten typischen Bewegungsmanieren nicht, sondern sie verhalten sich unmittelbar, manchmal sogar mit der modernen aufgenommenen Musicalspontaneität. Des Dirigentenstabs nahm sich Jiří Petrdlík an; gegenüber der vorjährigen Uraufführung der Lustigen Witwe, wann die deutlich laxe Stellung des Orchesters überwiegte, verbesserte sich seine Leistung erheblich. Der beträchtliche Fortschritt ist auch in den Chorteilen deutlich – dort ist schon eine Aktionshandlung, die einzelnen Chorsänger bleiben hölzerne Bestandteile der statischen Entwicklung nicht mehr, sondern in Schauspielerweise empfinden sie ihre Sendung nach. Die musikalische Vorbereitung brachte erhoffte Ergebnisse! Für die meisten Rollen bereiteten die Brünner Autoren die Alternationen vor. Die Rolle von Gabriel von Eisenstein wird von Petr Gazdík und Bohdan Petrovič dargestellt, in der Gestalt der nicht wenig genusssüchtigen Rosalinde stellen sich Yvetta Tannenbergerová und Magda Vitková vor, die Rolle des Gefängnisdirektor Frank wurde von Andrej Beneš oder Ladislav Mlejnek einstudiert. Der Prinz Alexej Orlofski wird wechselweise von Naďa Bláhová und Jana Botošová, und der Bonvivantsänger Alfred von Róbert Remeselník und Richard Samek dargestellt. In die Rollen des Notars Falke wurden Igor Ondříček und Jakub Tolaš besetzt, der Advokat Dr. Blind wird von Miloslav Čížek oder Radim Sasínek dargestellt. Aus den durchaus kleinsten Gestalten ist die Gestalt des Wächters nicht zu verwischen: ihre Darsteller - Erik Pardus oder Jan Mazák – geben ihnen im zweiten Teil des Abends einen gehörigen Maß der gesunden Schauspielkunst.

Bei der Uraufführung wirkte auf mich vor allem Petr Gazdík mit seinem aktiven Herantreten zur Auffassung der Rolle. Gegenüber den bisherigen Darstellern dieses Schürzenjägers empfindet er ihn nicht nur wie einen unpersönlichen Bühnenwollüstling der ersten Klasse (was er aber nicht maskiert), sondern eher wie einen „Mensch aus der Masse“, welcher in unserer Zeit nichtabzählbare Menge ist. Der mehr ziviler Charakter kann bei den orthodoxen Verteidigern der Operettenklischees negativ wirken, aber gerade solche Auffassung der Operette, wie die Darstellung der menschlichen Charakteren im zeitlosen Horizont, ist das Phänomen, das in der Gegenwart nicht zu übergehen ist. Die Rolle von Gazdík ist schwer, aber der Darsteller entledigte sich ihr ebenso gut wie zum Beispiel Yvetta Tannenbergerová. Sie kann in der Operettensphäre für eine vollwertige Nachfolgerin von solchen Persönlichkeiten gehalten werden, wie frührer Milada Šubrtová oder Pavla Břinková waren. Das glänzende Gesangspotential von Tannenbergerová aus der Opernwelt ist in den „Kandiszucker“ der Operetten mit perfekter Selbstverständlichkeit transformiert. Und aller guten Dinge sind drei: Jana Botošová in ihrer „Hosenrolle“ von Orlofski fesselte mit ihrer ausgezeichneter Mimik und wirkungsvollen Nonchalance. In den kleinen Rollen – wie immer – fesselte mit seiner Unmittelbarkeit Erik Pardus: ich erinnerte mich bei seiner Leistung an einstige Meisterschaft von Karel Effa. Und dabei weiß man über diesen Komiker aus dem Burians Geschlecht in Prag (geschweige in der im Tschechischen geschriebenen Presse) fast gar nichts! Gegenüber der vorjährigen Enttäuschung bei der Lustigen Witwe schwebte ich bei der Fledermaus zusammen mit ihr beinahe im Theaterhimmel. Sieh da, was man bei der redlichen künstlerischen Arbeit in einem Jahr überwinden und schaffen kann!

Die Fledermaus blieb zwischen dem Parodieversuch und solider Schau stecken

Simona Polcarová 1. Dezember -1 zdroj Rovnost

Zum dritten Mal nach der Verschiebung des Singspielensembles unter sein Dach griff das Stadttheater Brno zu dem Operettengenre, zum zweiten Mal mit dem gastierenden deutschen Regisseur Pavel Fieber (Cabaret, Die Lustige Witwe). Die beliebte Operette Die Fledermaus mit vielen einschmeichelnden Melodien und Parten mit den beinahe Operndimensionen, hatte ihre Uraufführung auf der Neuen Szene am Samstag, den 29. Januar. Was die Außenseite betrifft, die Vorstellung erfüllt, was man von einer großen Revueoperette erwartet – sie strotzt von Farben, hat pomphafte Ausstattung (Christian Floeren w.G.), pompöse auch wenn, was ihr Stil betrifft, ein wenig unstimmige Kostüme (Andrea Kučerová), guten Klang des Orchesters (unter Dirigentenstab von Jiří Petrdlík) und gastierende Operstar Yvetta Tannenbergerová in einer von den Hauptrollen.

Die ganze Feier mit Ball wird von Fieber wie ein von Falke – der Fledermaus für von Eisenstein vorbereitetes Spiel dargestellt, was erklären würde, warum einige Schauspieler schlecht sind. Unmäßiges Pathos erscheint doch auch in den vorgeblich realen Szenen in der Wohnung von Eisenstein, insbesondere bei den Auftritten mit dem Stubenmädchen Adele und Rosalindas Verehrer Alfred. Auf anderer Seite können wie Positivum der Fledermaus die ausgezeichneten Yvetta Tannenbergerová wie Rosalinde (sie alterniert mit Magda Vitková), was der Gesang betrifft ausgezeichnet und schauspielerisch besser in den ironischen Passagen, sowie unwiderstehliche Alkoholikeraustritte von Erik Pardus (Alternierung Jan Mazák) in der Rolle des Gefängniswächters Frosch, in der der Schauspieler sein Talent für die Komik und Improvisation mit Nonchalance vermischte und noch eine Prise aus Schwejk zugab, angerechnet werden.

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