Koločava

Koločava

  • Genre Musical
  • Bühne Biskupský dvůr
  • Premiere7. September 2001
  • Vorstellungsdauer2:20 hod.
  • Anzahl der Wiederaufführungen171
  • Derniére11. April 2019

Musical

Mit der neusten Adaptation des Romans von Olbracht „Der Räuber Nikola Schuhaj“ kommt das Autorenduo, das bereits durch die Zusammenarbeit an der Legende oder an Raduz und Mahulena bekannt ist: Petr Ulrych und Stanislav Moša. Das neue tschechische Musical Koločava geht zum Teil von der Langspielplatte „Der Räuber Nikola Schuhaj“ aus, die Petr Ulrych mit der Musikgruppe Javory (deutsch: Ahorne) im Jahre 1974 herausgegeben hat. Von den rund 25 Liedern der Brünner Koločava sind jedoch mehr als die Hälfte neu und wurden speziell für diese Inszenierung komponiert. Neben der Hauptgeschichte stellen die Autoren vor allem das jüdische Element in den Vordergrund, ohne das es undenkbar wäre, über eine Welt auszusagen, in der „die Zeit stehen geblieben ist.“ Zugleich betonen sie einige groteske Szenen (zum Beispiel Chor tschechischer Gendarmen.) Begleitet wird die Inszenierung von der verstärkten, live spielenden Gruppe Javory, die von den Sängern, Geschwistern Hana und Petr Ulrych geleitet wird. Eine bedeutende Rolle kommt auch den Filmbeiträgen von Dalibor Černák nach dem Szenar von Stanislav Moša zu. Dadurch rückt die Inszenierung in die geistige Nähe zu Produktionen von Laterna Magica.

Dramaturg

Musik

Choreographie

  • Vladimír Kloubek j.h.

Filmaufnahmen

  • Dalibor Černák j.h.

Textbuch

  • Stanislav Moša

Pastýř

Baba

Jefka, Hafa a jiné

Kapitán četnictva

M. Závodčí, Vlásek

Danyl Jasinko

Adam Chrepta

Herš Lejb Wolf

Řecký kněz

Závodčí Svozil

Strážmistr Béla

Ignat Sopko

3. četník

1. žid

3. žid

4. žid

5. žid

6. žid

7. žid

Rusínka

Allen Respekt vor Koločava

(vr) 9. April 2004 zdroj Haló noviny

Höheres Alter, Ängste vor eventueller Kriminalität während der Rückkehr in vorgerückten Stunden oder auch bedeutend erhöhte Preise der Eintrittskarten erlauben vielen Liebhabern des Theaters nicht, das Theater öfter zu besuchen. Deshalb sind sie dem Tschechischen Fernsehen für seinen Zyklus „Wir laden Sie ins Theater ein“ dankbar, in dem er ihnen bedeutende Inszenierungen aus den Theatern der ganzen Republik anbietet und über den aktuellen Stand unseres Theaters, über neue Inszenierungen, schauspielerische Talente oder wenig bekannte schauspielerische Persönlichkeiten informiert.

In der letzten Zeit hatten wir die Möglichkeit, uns mit der Inventionsarbeit des naiven Theaters in Liberec in seiner Inszenierung von Brüder Čapek „Aus dem Leben der Insekten“ oder mit hervorragenden Musicalvorstellung des Stadttheaters Brno Kolocava vertraut zu machen. Der Roman von Olbracht „Der Räuber Nikola Schuhaj“ inspirierte schon in siebziger Jahren das Theater Divadlo na provázku aus Brno zu seiner Kultvorstellung Balada pro banditu („Die Ballade für den Banditen“), welcher der Regisseur Vladimír Sís später eine Filmform gab. Diese gehört schon in den Goldenen Fond unserer Kinematographie.

Allen Respekt vor dem Stadttheater, dass es das vom Theater Divadlo na provázku hoch gestellte Niveau mit seiner vom Sänger Petr Ulrych und Regisseur Stanislav Moša gemeinsam geschriebenen Inszenierung zu übertreffen versuchte. Diese bearbeiteten die Banditengeschichte von Olbracht auf ihrer Weise. Die Geschwister Ulrych trugen mit ihren Balladenliedern zum emotionellen musikalischen Aspekt bei, Vladimír Kloubek schuf eine wirkungsvolle Choreographie der Tanznummern, der Regisseur Moša führte dann die Brünner Schauspieler zu ausdrucksvollen Leistungen und verband alle Bestandteile der Vorstellung in ein Gefühl eines großen Theaters, was noch von durch Nachaufnahmen von Dalibor Černák erhoben wird. Einige Schauspieler bekamen hier ihre Lebensgelegenheiten – zum Beispiel Zdeněk Junák in der Gestalt des jüdischen Gastwirtes oder Erik Pardus in den unwiderstehlichen Auftritten des Gandarmerikapitäns. Bedeutende Figuren wurden auch durch junge Mitglieder des Ensembles Petr Štěpán (Nikola), Markéta Sedláčková (Erzika) oder Tomáš Sagher (Bruder von Nikola) geschaffen.

Viele Samstagzuschauer wurden leider vom Programm im Fernsehen Nova weggelockt: man kann also der Dramaturgie des Tschechischen Fernsehens nur empfehlen, eine neue Wiederaufführung von Kolocava in einer anderen, günstigeren Zeit zu bedenken.

Beeindruckende Geschichte von der Liebe...

Tomáš Hejzlar 5. Oktober 2001 zdroj Haló noviny

Beeindruckende Geschichte von der Liebe, vom Verrat..., und über den Sinn des Lebens

…Der erfahrene Librettist Stanislav Moša setzte mit einem einfühlsamen Überblick die Geschichte des Volkshelden in voller Aktionsbreite in Szene und fand ein proportional ausgewogenes Verhältnis zwischen der Handlung und ihrer lyrischen Substanz. Auch der Schöpfer des musikalischen Teils Petr Ulrych blieb nicht bei seiner gewohnten melodisch-harmonisierenden Linie, die in der Regel von der Musikgruppe Javory präsentiert wird....

… Liveproduktion findet außerdem vor einer gelungenen, eindrucksvollen Filmprojektion von Dalibor Černák im Hintergrund sowie in einer gefühlsbetont funktionellen Beleuchtung statt, die dadurch den Eindruck von Geschlossenheit ergänzt. (Regie: Stanislav Moša). Das Musical Koločava bringt die bisherige Brünner Musicalproduktion bis an die Parameter der weltberühmten Laterna Magica heran, ohne sie jedoch nachzuahmen.…

...die Vorzüge des Librettos, der Komposition und des Szenars werden im Stadttheater Brno von der bereits traditionell gefühlsbetonten Choreografie, die diesmal aus der Produktion von Vladimír Kloubek stammt, und freilich auch von den darstellerischen Leistungen der Schauspieler unterstützt. In den Titelrollen alternieren erfolgreich Robert Jícha, der hervorragende Stano Slovák oder Petr Štěpán (Nikola Schuhaj), Radka Coufalová, bzw. die anscheinend noch ergreifendere Markéta Sedláčková (Erjika) und viele andere…

…Die zuletzt im Stadttheater Brno aufgeführte lyrische Tragödie „Welt voller Engel“ trug als neues Element philosophische Aspekte zum Sinn des Lebens und des Todes hinein. Diesmal setzen die Brünner Schöpfer sogar viel zu aktuell eine Ballade nicht nur über Liebe und Verrat, sondern auch über weitere Aspekte des Lebens in Szene...

Wir Brünner werden mit Schuhaj fertig!

Luboš Mareček 19. September 2001 zdroj MF Dnes

…Der Musiker Petr Ulrych hat im Tandem mit dem Regisseur Stanislav Moša aus dem Roman von Ivan Olbracht eine originelle Show gemacht…

…Dadurch entstand ein synthetisches Märchenmusical, wo zum Beispiel einige der Handlungen der Schauspieler in den Filmbeiträgen auf der Filmleinwand gipfeln: Es wechseln sich farbig gespielte Sequenzen und ein schwarzweißes fotografisches Portrait eines Mädchengesichts ab. Ein andermal wird dem überwältigenden Gesang von Hana Ulrych, den Tanzgebärden der lyrisierten Erjika oder der Männerchoreografie mehr Raum gegeben. Die Tölpelei verzweifelter tschechischer Gendarmen auf Fahrrädern, das verschwörerische Springen dieser parodierten Kolonialherren nach dem Ton einer chassidischen Melodie und gelungene rituelle Tänze der Juden gehören zu den Höhepunkten des Abends …

…In Brünn ist ein eindrucksvolles Bühnengedicht entstanden. Im Unterschied zu vielen Musicalshows der Hauptstadt kommt es ohne melodramatische Wenden und kitschigen Missbrauch der literarischen Vorlage aus. Koločava stellt das Publik vor eine völlig neue, nicht abgenutzte Perspektive, die es in einer künstlerisch hochwertigen Form mitzuteilen vermag.

,,Koločava“ wurde sehr herzlich aufgenommen

Jaroslav Parma 19. September 2001 zdroj Týden

… Eine Inszenierung, die Nahrung für Seele und Geist ist und den Alltag vergessen lässt, wurde von den Autoren durch ihre Arbeit vorbereitet und mit Hilfe eines großen Mitarbeiterteams, (auf der Bühne treten im Laufe des Abends 36 Mitwirkende auf, darunter manche in Doppel- und Dreifachrollen,) verwirklicht.

…Ein großer Beifall gehörte dem Chor (vielleicht dem Song) der Juden über die Hände – „Ruce! Ruce nedělají vůbec nic! Ale všechno. Všechno přece zmůže hlava!“ („Hände! Hände tun doch überhaupt nichts! Aber alles, alles vermag der Kopf!“) Nicht weniger begeisternd war der „Radfahrchor“ der Gendarmen mit dem Lied über die Welt und die Zivilisation und Aufklärung...

…Es ist vielleicht eine Selbstverständlichkeit, dass die Leistungen von Hana Ulrych in der Rolle einer Sängerin und ihres Bruders Petr Ulrych in der Rolle eines Sängers wie immer Spitze waren....

…Wiederum wurde gezeigt, dass zu einer Theatervorstellung unbedingt live gespielte Musik gehört...

…Ich denke, dass Koločava wieder einmal bewies, dass die Geschichte von Nikola Schuhaj und Erjika hierzulande genauso unvergesslich ist, wie das weltbekannte Schicksal von Romeo und Julia. Freilich ist auch den Bemühungen, bzw. Fähigkeiten von Petr Ulrych und Stanislav Moša und ihres ganzen Teams zu verdanken, dass die 571. Premiere selbst auf den Brettern des Stadttheaters Brno nicht aus der Geschichte der Bühne zu löschen ist.

Der Räuber Nikola Schuhaj kehrt zurück

Jiří P. Kříž 12. September 2001 zdroj Právo

…Die Zuschauer erleben von der Bühne und von einem ein Wenig tiefer versetzten Orchesterraum sowohl einen Sturm von volksheldenhaften Musikballaden (Schon werben sie Soldaten an: „Verbujú, verbujú“, Auf Kysuc gibt es keinen Herrn „Na Kysuci pána není“), als auch ihr lyrisches Gegengewicht (Ah, wie schön die Liebe ist! „Láska, bože láska“, Wenn ich einmal zurückbin „Až se jednou domů vrátím“.) Es ist keine Sentimentalität, sondern die große ästhetische Erfahrung einer Katharsis durch die Ballade, deren Idee, frei, unbezwungen, im Stehen zu sterben, die im Schlusslied von Nikola ,,Až jednou červánky, potkáte mamičku, vzkažte, že nepřijdu, po lesním chodníčku…“ („Wenn ihr, Abendwolken die Mutter seht, richtet ihr aus, dass ich nicht kommen werde auf dem Waldpfad“) zum Ausdruck kommt, der Hälfte Publikums Tränen in die Augen treibt...

…Unerschöpflich ist der Vorrat des Stadttheaters an Talenten. Während die Stars des Ensembles ein Flugzeug besteigen, um dessen Ruhm in Europa zu verbreiten, entstehen über Nacht neue Stars. Von den drei Nikolas (Robert Jícha, Stano Slovák, Petr Štěpán) dominiert in der Inszenierung typenmäßig, aber vor allem sowohl von der Sicherheit und Reinheit der Intonation als auch von der schauspielerischen Darstellung der Gestalt her der Letztgenannte. Neben der Trägerin des Thalia-Preises Markéta Sedláčková (Samstagspremiere) verlor die Supernova Radka Coufalová nicht an Glanz…

…Die spezifische Qualität der Inszenierung besteht in der für jeden Akteur maßgeschneiderten Choreographie von Vladimír und Ivana Kloubek. Die Geübtheit des Tanzes und die Ausgereiftheit des Gesangs der Musicalsänger wird langsam nicht nur in Europa, sondern auch in Prag bekannt...

Nikola Schuhaj bekam eigenes Aussehen und Charakter

Simona Polcarová 11. September 2001 zdroj Brněnský den

Nikola Schuhaj im Stadttheater Brno bekam eigenes Aussehen und Charakter

…Koločaver Atmosphäre wird von Moša durch Bilder aus dem Leben der Gemeinschaft der Juden und der Ruthenen sowie ihres Aberglaubens und ihrer bezaubernden Hexen vermittelt. Ein weiteres Element der Koločava besteht in der Gendarmerie, bei dem Moša keine Angst hatte, einen komischen Ton anzuschlagen. Den Gendarmen mit ihrem Kapitän an der Spitze kommt in der Inszenierung eine nicht ganz ernst zu nehmende Stellung und dadurch eine die Geschichte angenehm abrundende Rolle zu. Sie wirken nicht störend, im Gegenteil, sie tun der Sache gut – die Figur des Kapitäns selbst, der sich als gebildeter Mensch aufspielt, schafft dann eine einmalige (und genutzte) schauspielerische Gelegenheit für urige Typen des Ensembles wie Erik Pardus und Martin Havelka…

Stadttheater Brno in Prag

Miroslava Besserová 1. Dezember -1 zdroj Xantypa

Das Musical wirklich gut aufzuführen, das weißt nicht jedes Theater zu machen, und dieses schwierige Genre in die Welt zu exportieren und dort Erfolg zu ernten, das braucht wirklich ein ausgezeichnetes Ensemble. Das Stadttheater Brno hat schon seit einigen Jahren solche Schauspieler und Tänzer. Und endlich werden die Zuschauer in Prag die Möglichkeit haben, sie regelmäßig zu sehen. Das Ensemble wird hier von Januar bis Juni jede letzte Woche im Monat, von Dienstag bis Sonntag in Goja Music Hall mit dem Besten, was in seinem Spielplan steht, zu Gästen.

Petr Ulrych, Stanislav Moša

KOLOČAVA

Seit dem September 2001 steht im Spielplan des Stadttheaters Brno der Roman von Ivan Olbracht Der Räuber Nikolai Schuhaj, dem eine interessante Bühnenform Stanislav Moša und Petr Ulrych verliehen. Zu den Balladen und Liedern von Petr Ulrych aus dem Jahre 1974 gaben sie neue zu und der Regisseur Stanislav Moša schrieb ein Drehbuch von Filmaufnahmen für Dalibor Černák. Die Musikgruppe Javory mit Hana und Petr Ulrychovy wurden mit ihren Live-Auftritten zu einem Teil der Vorstellung, die mit ihrer bildnerischen Form an die besten Inszenierungen des Theaters Laterna Magika erinnert. Beide Autoren erzählen diese Räubergeschichte auf "ihrer Weise", so dass sie solche Elementen und Momente hat, als ob die Zeit stehen bliebe, demgegenüber hat sie aber auch die Andeutungen einer Groteske, wann der Zuschauer von den Balladen und großen Szenen wirklich herangezogen wird. Sie hat den stolzen Nikolai, der stehend stirb, bei dessen letztem Lied einem eiskalt über den Rücken läuft: "Wenn du, Himmelsröte, einmal meine Mutti triffst, sag ihr, ich komme nicht mehr nach einem Waldpfad..."

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